Der November beginnt mit Regen - und zwar ununterbrochenem, stroemenden Weltuntergangs-Naturkatastrophen-Regen. Es will gar niucht mehr aufhoeren, vier Tage und Naechte regnet es durch, ohne Unterbrechung. Und obwohl ich sonst gerne uebertreibe, wenn ich ununterbrochen sage, dann meine ich es. Leicht vorzustellen ist die immense Feuchtigkeit in der Luft, die alles, auch drinnen, fast nass werden laesst, ohne mit einem Tropfen Regen in Beruehrung gekommen zu sein. Ein Blick in die Schublade offenbart: Unsere Reisepaesse schimmeln! Ein seltsamer, irgendwie beuunruhigender Anblick.
Leicht vorzustellen ist auch, was dieses Wetter mit den nur halbwegs befestigten Huetten aus Wellblech, Brettern und Tuechern macht. Vieles wiurd einfach weggespuelt, und wenn nicht das, dann doch wenigstens bis aufs Innerste durchnaesst.
Auch wir sind bald mit dem Paradoxon schlechthin konfrontiert: Waehrend draussen die Sintflut imitiert wird, ist dem Wasserhahn kein einziger Tropfen zu entlocken. Das zu verstehen, faellt schwer, aber die Einzelhaendler freuen sich - sie lassen die Preise fuer Wasser in Flaschen und Kanistern prompt steigen.
Es fahren keine Busse mehr, die Strassen sind von Erdrutschen und Schlamm unpassierbar gemacht. Die Folge: Fuer fast eine Woche koennen viele hier nicht zur Arbeit. Auch fuer uns faellt alles aus, allerdings mit dem UNterschied, dass wir unser Essen trotzdem noch bezahlen koennen. Denn wo es vorher schon an Allem mangelte, fehlt jetzt auch das letzte Geld fuer Reis und BOhnen.
Wer Pech hat, verliert ausser seinem Haus und all seinem Hab und Gut nun auch noch die Moeglichkeit, Essen zu kaufen. Und nicht nur das: In ganz Costa Rica sind fast 50 Tote aufgrund der Regenfaelle verzeichnet. In San Isidro selbst ist es nicht allzu schlimm - zumindest gibt es wohl keine Toten.
Wir sitzen auf unseren paar zumindest halbwegs trockenen Quadratmetern und ueberlegen uns, wie wir helfen koennen. Schnell wird uns klar: Wir haben weder Geld noch andere MIttel dafuer. Es fehlen Transportmoeglichkeiten, Baumaterialien, Wasserkanister und vieles mehr.
Letztlich sind wir zum Nichtstum verbannt - ein ungutes Gefuehl, und es draengt sich die unschoene Frage auf, was wir denn hier eigentlich machen, wenn noch nicht einmal die Grundbeduerfnisse vieler Menschen gedeckt sind? Ein bisschen Zirkus-Training?
Aber diese Phase der Bitterkeit geht vorbei, der Regen hoert auf, das Leben nimmt wieder seinen Lauf. Ja, so fuehlt es sich wirklich an, als haette fuer diese paar Tage das Leben stillgestanden.
Jetzt hat es fuer drei Tage gar nicht geregnet, und wir planen unseren Urlaub: Eine Woche in Nicaragua, und auf dem Rueckweg eine Nationalparktour im Norden Costa Ricas mit Bungee-Sprung.
Ich kann es kaum erwarten, mal wieder meinen Rucksack zu packen und loszuziehen!!!
Dienstag, 9. November 2010
Montag, 25. Oktober 2010
Ein bisschen Alltag
Es ist Sonntag, und die Waesche ist fertig und das Zimmer wieder begehbar (fragt sich wie lange noch?). Sysiphos ist hier irgendwie aktiver als sonst wo - zumindest fuehlt es sich so an. Die offenen Gitterwaende, die Feuchtigkeit und die vielen Leute, die ständig ein und aus gehen verhindern es, dass man je fertig ist mit putzen…
Gestern waren wir in Dominical, einem kleinen Ort an der Pazifikkueste: Epische Wellen, die man schon aus der Entfernung tosen hoert und die ihre Gischt auf den Strand tragen, sodass es neblig wirkt. Wildromantisch, die ganze Szenerie, mit Treibholz am Strand, Kokosnuessen unter Palmen und Staenden, an denen geknuepfte Armbaender verkauft werden. Es zieht uns sofort ins Wasser, dass erstaunlicherweise fast badewannenwarm ist. Die Stroemung ist beängstigend stark, sobald man zu weit raus schwimmt, wird man vom Kuestenguard zurückgepfiffen.
Das kleine Haus einer Bekannten, die sich momentan in Europa aufhaelt, soll uns eigentlich als Schlafplatz dienen, doch schnell entdecken wir eine Schar Katzenbabys im Bett, und eine Vogelspinne in der Dusche lindert unseren Drang zu duschen schnell. Wir entscheiden also, doch schon abends zurückzufahren: “hacer ride”, was soviel heisst wie trampen, funktioniert hier super, und ich freue mich jedes mal wieder ob des gesparten Geldes ;) Der Begriff ist außerdem ein gutes Beispiel fuer den grossen Einfluss Amerikas hier in Costa Rica.
Die “Estados Unidos” sind Vorbild und Idol fuer alle - Manche Strassenzuege hier und das ganze Zentrum San Josés koennte Downtown L.A. entnommen sein, nur sind hier, im Gegensatz zu L.A., nicht mehr alle Beschriftungen auf Englisch und Spanisch, sondern nur noch auf Spanisch. Auch das Interesse an Sprache und Leben dort koennte groesser kaum sein. Eine positive Auswirkung ist, dass viele unbedingt Englisch lernen wollen. Aber auch fuer diejenigen, die kein Wort Englisch sprechen, nimmt ein kleines Stueckchen Einzug ins Spanische: Wer “cool” und modern sein will, spricht hier das “r” nicht Spanisch, sondern Englisch aus - wie ich finde ein sehr anschauliches Zeugnis der Amerikanisierung.
Ein nicht kleiner Teil der Bevoelkerung San Isidros ist amerikanisch, oder “Gringo” - ein Gemisch.
Aber auf das ihr nicht den Eindruck bekommt, ich befände mich hier in einem zweiten Amerika: Sobald man nur ein bisschen weiter außerhalb ist, herrscht das typische Stadtbild vor. Bunt angestrichene Haeuschen mit Wellblechdaechern und kleinen, gruenen Gaerten - Natuerlich in unterschiedlichen Ausfuehrungen je nach Wohlstand. Aber mindestens ein klaeffender Hund gehört immer dazu.
Von denen haben wir übrigens auch mehrere; sie begleiten uns wo immer wir hingehen - ob wir nun wollen, oder nicht, zum Beispiel auf dem Weg in die Barrios, die Viertel, wo ein oder zweimal die Woche ein “entrenamiento” stattfindet. Training genannt, ist es eigentlich viel eher Rumtollen, Purzelbaeume machen etc. Die Kinder sind ganz unterschiedlich alt. Von ca. 3 bis 12 ist alles dabei. Zum Grossteil sind es Kinder aus den benachteiligten Vierteln, wo es an Freizeitangeboten, Sicherheit und natürlich Geld mangelt. Man merkt, wie sehr sich die Kindern über die Aufmerksamkeit freuen - Viele kommen aus Familien, in denen die Eltern Alkoholiker sind, Alleinerziehend und Arbeitend oder einfach sehr jung und überfordert. Stabile Familien und Lebensverhaeltnisse sind selten, deshalb tut es sichtbar gut, einmal die Woche eine regelmaessige Beschaeftigung zu haben, bei denen alle Aufmerksamkeit ihnen gehört - ein Event ganz fuer sie. Besonders die Maedchen schenken uns Voluntarierinnen schon ab der ersten Minute ihr ganzes Vertrauen, schmusen sich an uns und beanspruchen die ungeteilte Aufmerksamkeit. Die leuchtenden Augen und das Lachen, wenn man mit ihnen den Flieger macht oder sie Huckepack nimmt und Pferdchen spielt sind die Busfahrt samt Material - Matten, Rucksaecke mit Baellen etc. - wert.
Eine etwa 20-minuetige Busfahrt kostet hier übrigens höchstens 200 colones. Das entspricht ca. 0,30 €. Auch mieten kann man hier billig: Ein Haus mit 4-5 Zimmern und Garten kriegt man fuer 50000-100000 colones im Monat, das sind 80-160 €. Und im Restaurant bekommt man einen Teller Pinto mit Kaese fuer etwa 1,50 €.
Schaut man dagegen im Supermarkt auch ab von Reis und Bohnen mal ins Sortiment, kriegt man grosse Augen: Besonders Milchprodukte und bestimmte Gemuesesorten sind hier fast so teuer wie in Europa, Getraenke ebenso. Wir Kaese und Milchesser muessen uns wohl oder uebel ein wenig einschraenken. Die “caja”- unsere Gemeinschaftskasse - ist trotzdem immer leer. Man kann sich leicht vorstellen, dass einkaufen, kochen´und putzen fuer die neun Leute, die hier gemeinsam wohnen, eine Aufgabe fuer sich sind, und eine endlose noch dazu.
Euch faellt vielleicht auf, dass in meinen bisherigen Beschreibungen die Arbeit im Projekt einen eher kleinen Teil einnimmt - nicht umsonst. Im ganzen WG-Leben mit Parties, Ausfluegen, auch mal Faulenzen, Quatschen und den taeglichen Besorgungen scheint die Arbeit manchmal nichtig klein. Das liegt auch daran, dass es zu viele Freiwillige (um die 20!) fuer zu wenige Projekte bzw. Kinder gibt, was dazu fuehrt, dass ein manches Mal abgewechselt werden muss - und wieder ein Tag frei ist.
Und neue Projekte zu gruenden, sei es z.B. ein Englischkurs, ein neues Training in einem Barrio oder ein was einem sonst noch so einfallen koennte, ist schwierig, wenn man nur fuer so kurze Zeit bleibt wie wir.
Trotzdem macht die Arbeit wirklich Spass. Ausser den schon oben beschriebenen entrenamientos in den Barrios gibt es mehrmals die Woche Schwimmen mit Behinderten Kindern, ein paar Stunden Zirkus u.ä. in Waisenhaeusern, ein Training mit Gefaengnisinsassen und einiges mehr. Leider war ich zum Beispiel noch nicht im Gefaengnis, weil auch dort ein Ueberschuss an Freiwilligen herrscht - bezeichnend.
Letztes Wochenende hatten wir ein campamiento, ein Camp, mit allen Freiwilligen im etwa eine Stunden entfernten Longo Mai. Ein Dorf, das Teil einer Kooperativen ist, die es überall auf der Welt gibt und in dem zumindest annähernd selbstversorgend gelebt wird. Sehr interessant, aber leider hab ich noch nicht allzu viel Einblick in das Leben dort haben koennen. Es besteht aber die Moeglichkeit, dort fuer ein paar Wochen in einer Gastfamilie zu leben, bei Feldarbeit zu helfen und ein bisschen die Kultur kennenzulernen - wie ich finde sehr reizvoll, ich plane schon meinen Aufenthalt dort. J Der kleine Haken: Die Gastfamilien kriegen Geld, um zusaetzliches Essen etc bezahlen zu koennen - 6000 colones, also etwa 10 € pro Nacht/Tag…
Wichtig waer es mir aber schon, mal ein bisschen mehr Einblick in die Costa Ricanische Kultur zu kriegen. So schoen es auch ist, mit Deutschen, Oesterreichern und Schweizern zusammenzuwohnen - alles sehr interessante und coole Leute - fuehl ich mich doch irgendwie ein bisschen wie in einer europaeischen Blase mit wenig Costa Rica involviert, vom Spanisch gar nicht zu reden.
Zuletzt noch eine kleine Anekdote aus unserem Freizeitprogramm. Sonntag vor zwei Wochen, ein sehr heisser, schwueler Tag, sollte zu einem kleinen, abkuehlenden Ausflug zum Fluss genutzt werden. Es war die Rede von 10 Minuten Busfahrt und einem kaum nennenswerten Fussweg zu der anvisierten Stelle am Fluss.
Dummerweise stellte sich schnell heraus, dass der Bus erst in einer halben Stunde wieder fahren wuerde. Nach lateinamerikanischer Zeitrechnung nicht viel, also bleiben wir und vertreiben uns die Zeit mit Tagtraeumen vom kuehlen Nass. Eine Dreiviertelstunde spaeter steigen wir aus dem Bus. Was sofort auffaellt: Weit und breit ist kein Fluss zu sehen. Wir fragen nach, und erfahren, dass unser Ziel nur etwa 10 Minuten Marsch entfernt sein soll, die gesuchte Stelle sei dann “ahorita” erreicht. Wir werden schon misstrauisch - dieses Wort kann alles von jetzt bis in zwei Stunden bedeuten. Und unsere Skepsis ist berechtigt. Anderthalb Stunden und etliche Paare matschiger, zerstochener Fuesse spaeter erreichen wir endlich den ersehnten Fluss - nachdem wir in das Tal runtergelaufen und durch Stacheldrahtzaun begrenzte Kuhweiden gelaufen waren. Alle Anstrengung ist vergessen, sobald wir das Wasser sehen, kühl und tuerkis. Wir verlieren keine Zeit und springen sofort hinein.
Ploetzlich faellt auf: Es stinkt, ein suesslicher, durchdringender Gestank, der nichts Gutes verspricht. Und tatsächlich, der Blick um die Flussbiegung herum offenbart Den Ursprung - der Kadaver einer Kuh liegt am Ufer, aufgblaeht und verwesend, und leider auch halb im Wasser. Die Aasgeier kreisen schon darüber. Unsere Freude über das so “schoene” Wasser vergeht schnell. Wir sind ein wenig besorgt um unsere Gesundheit - verständlicherweise. Aber einmal drin, ist es zu spaet irgendetwas zu machen. Unsere Loesung: Wir schwimmen einfach weiter ;)
Uns packt die Lust, flussabwärts zu schwimmen und dort den Rest, der schon vorgegangen ist, wieder zu treffen. Was sich in unseren Koepfen anfänglich so einfach und entspannt gestaltet, ist in Wirklichkeit natürlich ein anderes Szenario: Die Stroemung ist teils ausgesprochen heftig, und auch die Steine im Flussbett, über die das Wasser häufig nur 20 oder 30 cm hoch laeuft, erschweren die Sache noch zusätzlich - heisst konkret: Ein grosser Spass! Involviert eine ordentliche Portion an Andrenalin, sobald man mal die Kontrolle verliert und vom Wasser bis zum naechsten Stein mitgerissen wird. Ein bisschen wahnsinnig, zugegeben, und alles andere als ungefährlich, aber ein Abenteuer, und ein lohnendes noch dazu.
Die Kuh und ihre Verwesungsgase und -gifte haben übrigens keine Spuren hinterlassen, zumindest noch nicht….
Dienstag, 5. Oktober 2010
Costa Rica - Pura Vida?
Angekommen auf dem Flughafen in San José, treffen wir nach ein paar Stunden Wartezeit Alexandra - Wienerin, lange, blonde Dreads, etwa 24 und mit beneidenswerten Spanisch - eine der Hauptverantwortlichen fuer das Projekt. Mit ihr fahren wir zu einem ihrer Freunde in einem VOrort von San JOsé. Natuerlich ist der Preis fuer das Taxi Verhandlungssache ;) Was auf der Fahrt sofort auffaellt: Alles ist unglaublich gruen - definitiv eine der positiven Auswirkungen des alltaeglichen Regens. Natuerlich regnet es auch jetzt. Meist ist es bis mittags warm, eine stehende, schwuele Hitze, und dann der Regen: Es schuettet heftig, haeufig mit Gewittern verbunden, aber niemand scheint das ueberhaupt noch zu bemerken. Einmal am Tag nass werden ist normal, und erstaunlicherweise stoert es mich nicht. Es ist erfrischend und nicht zu kalt. Trocknen wiederum ist schwieriger...
Kaum bei CHristiano, Alex Freund, angekommen, bekomen wir unsere mangelnden Spanischkenntnisse zu spueren: Wir verstehen nicht genug, um mitreden zu koennen - selbst wenn wir mutig genug zu groesseren Beitraegen waeren.
Am naechsten morgen entschliessen wir spontan und in einem Anfall offensichtlichen Wahnsinns, entscheiden wir, die etwa 4 STunden BUsfahrt zur Karibikkueste aufzunehmen, um dort STrand und Meer und die Reggae Partys zu geniessen. Schon die BUsfahrt ist spannend: Wir fahren auf einer STrasse, die durch den Urwald fuehrt - es ist atemberaubend.
Abends kommen wir an, essen Pinto, Reis und BOhnen, das Costa Ricanische STandardgericht und beeilen uns, an dem traumhaften Karibikstrand zu kommen, der sogar im Dunkeln TRaeume wahr werden laesst. Das Wasser ist warm und weich.
Der Reggae und ein bisschen Cuba LIbre - natuerlich! - tun das ihre, und nachher legen wir uns an den STrand, um noch ein par STunden zu schlafen - bis es regnet, und wir auf ein paar ueberdachte Holzdielen ausweichen, bis unser BUs um halb 8 faehrt. Ungeduscht und muede steigen wir in den Bus, um zurueck nach San JOsé zu fahren - verrueckt, ein Abenteuer, aber ein lohnendes! :)
Fuer den BUs bezahlen wir uebrigens fuer die gesamte STrecke etwa 4500 colones, 7 €. Trotzdem trampen wir auf dem HInweg, es macht Spass, die "Ticos" sind amables und lustig und lassen uns zu fuenft mitfahren, zum teil im KOfferraum.
Wieder in San José gehen wir auf eine Veranstaltung des Auswaertigen Amtes, eine Art DEutsch-Costa Ricanische Austauschfeier mit Bratwurst, deutschem Bier und Marmelade - ein komisches Gefuehl.
Spaeter treten dort auch die KInder des Preojektes mit ihrem Zirkus auf. DEr Circo Fantazztico macht seinem Namen alles Ehre. Es sind etwa 15 KInder zwischen 10 und 18 Jahren, die aus den benachteiligsten VIerteln von San Isidro (etwa drei Stunden suedlich von San José) stammen und seit eineigen Jahren bei VIda NUeva Zirkus machen, inklusive Europatouren. Sie sind eine aufgeschlossene Gruppe, selbstbewusst und mit viel Zusammenhalt. Sie sind es gewohnt, die vielen deutschen, oesterreichischen und schweizerischen Volontarier, wir werden mit "Hallo" und "Wie gehts dir?" begruesst.
Endlich in San Isidro, dem STandort des Projektes, kommen wir im Comedor unter - das Gemeinschaftshaus des Vereins. Es begruessen uns viele Freiwillige, und wir finden eine Matratze in einem zur Zeit bis auf eine Volontarierin unbeowhntes Zimmer. GLeich neben der Matratze zeigt sich die erste Kakerlake, und wir hoeren von Muecken und vor allem Floehen. Aber niemand laesst sich davon stoeren. Es sind eben Dinge, die zu dem Leben hier dazugehoeren.
Es gibt ein Gemeinschaftsbad mit kalter Dusche - brrr :) Also verschieben wir die Dusche auf den waermerenMorgen. Die drei Hunde und zwei Welpen gehoeren offenbar zum Inventar im Gemeinschaftsraum, auch wenn sie nur zu haeufig rausgeworfen werden. Schliesslich will man mehr Floehe vermeiden. DEr Gemeinschaftsraum hat keine Glasfenster, nur grossmaschige, bunte Gitterstaebe. Sowieso ist alles sehr bunt - hunderte von Freiwilligen haben sich an den Waenden kuenstlerisch kreativ verewigt.
Die Stimmung ist gut, alle kennen sich schon. Allerdings wird natuerlich - und leider - deutsch gesprochen. Auf der einen Seite sind wir erleichtert, endlich wieder mitreden zu koennen. Trotzdem verabschiede ich mich etwas wehen Herzens von zukuenftigen besseren Spanischkenntnissen. Aber wie es scheint, taeusche ich mich doch: Der Kontakt mit den TIcos und den wenigen HIspanischen Freiwilligen wird wenigstens etwas bringen.
Die Reunión aller Freiwilligen, eine Art woechentliche Zusammenkunft, zeigt: Es findet viel statt, aber viel bedarf besserer Organisation und mehr Hartnaeckigkeit, was auch dadurch bedingt ist, dass Alexandra und eine weitere wichtige Volonatierin, die letzten Monate in DEutschland bzw Oesterreich waren. Es wird also wahrscheinlioch besser werden. Wir lassen uns ueberraschen und schauen uns einfach alles an - wer weiss, was wir letzlich tun werden. Es verspricht aber, spannend zu werden.
Kaum bei CHristiano, Alex Freund, angekommen, bekomen wir unsere mangelnden Spanischkenntnisse zu spueren: Wir verstehen nicht genug, um mitreden zu koennen - selbst wenn wir mutig genug zu groesseren Beitraegen waeren.
Am naechsten morgen entschliessen wir spontan und in einem Anfall offensichtlichen Wahnsinns, entscheiden wir, die etwa 4 STunden BUsfahrt zur Karibikkueste aufzunehmen, um dort STrand und Meer und die Reggae Partys zu geniessen. Schon die BUsfahrt ist spannend: Wir fahren auf einer STrasse, die durch den Urwald fuehrt - es ist atemberaubend.
Abends kommen wir an, essen Pinto, Reis und BOhnen, das Costa Ricanische STandardgericht und beeilen uns, an dem traumhaften Karibikstrand zu kommen, der sogar im Dunkeln TRaeume wahr werden laesst. Das Wasser ist warm und weich.
Der Reggae und ein bisschen Cuba LIbre - natuerlich! - tun das ihre, und nachher legen wir uns an den STrand, um noch ein par STunden zu schlafen - bis es regnet, und wir auf ein paar ueberdachte Holzdielen ausweichen, bis unser BUs um halb 8 faehrt. Ungeduscht und muede steigen wir in den Bus, um zurueck nach San JOsé zu fahren - verrueckt, ein Abenteuer, aber ein lohnendes! :)
Fuer den BUs bezahlen wir uebrigens fuer die gesamte STrecke etwa 4500 colones, 7 €. Trotzdem trampen wir auf dem HInweg, es macht Spass, die "Ticos" sind amables und lustig und lassen uns zu fuenft mitfahren, zum teil im KOfferraum.
Wieder in San José gehen wir auf eine Veranstaltung des Auswaertigen Amtes, eine Art DEutsch-Costa Ricanische Austauschfeier mit Bratwurst, deutschem Bier und Marmelade - ein komisches Gefuehl.
Spaeter treten dort auch die KInder des Preojektes mit ihrem Zirkus auf. DEr Circo Fantazztico macht seinem Namen alles Ehre. Es sind etwa 15 KInder zwischen 10 und 18 Jahren, die aus den benachteiligsten VIerteln von San Isidro (etwa drei Stunden suedlich von San José) stammen und seit eineigen Jahren bei VIda NUeva Zirkus machen, inklusive Europatouren. Sie sind eine aufgeschlossene Gruppe, selbstbewusst und mit viel Zusammenhalt. Sie sind es gewohnt, die vielen deutschen, oesterreichischen und schweizerischen Volontarier, wir werden mit "Hallo" und "Wie gehts dir?" begruesst.
Endlich in San Isidro, dem STandort des Projektes, kommen wir im Comedor unter - das Gemeinschaftshaus des Vereins. Es begruessen uns viele Freiwillige, und wir finden eine Matratze in einem zur Zeit bis auf eine Volontarierin unbeowhntes Zimmer. GLeich neben der Matratze zeigt sich die erste Kakerlake, und wir hoeren von Muecken und vor allem Floehen. Aber niemand laesst sich davon stoeren. Es sind eben Dinge, die zu dem Leben hier dazugehoeren.
Es gibt ein Gemeinschaftsbad mit kalter Dusche - brrr :) Also verschieben wir die Dusche auf den waermerenMorgen. Die drei Hunde und zwei Welpen gehoeren offenbar zum Inventar im Gemeinschaftsraum, auch wenn sie nur zu haeufig rausgeworfen werden. Schliesslich will man mehr Floehe vermeiden. DEr Gemeinschaftsraum hat keine Glasfenster, nur grossmaschige, bunte Gitterstaebe. Sowieso ist alles sehr bunt - hunderte von Freiwilligen haben sich an den Waenden kuenstlerisch kreativ verewigt.
Die Stimmung ist gut, alle kennen sich schon. Allerdings wird natuerlich - und leider - deutsch gesprochen. Auf der einen Seite sind wir erleichtert, endlich wieder mitreden zu koennen. Trotzdem verabschiede ich mich etwas wehen Herzens von zukuenftigen besseren Spanischkenntnissen. Aber wie es scheint, taeusche ich mich doch: Der Kontakt mit den TIcos und den wenigen HIspanischen Freiwilligen wird wenigstens etwas bringen.
Die Reunión aller Freiwilligen, eine Art woechentliche Zusammenkunft, zeigt: Es findet viel statt, aber viel bedarf besserer Organisation und mehr Hartnaeckigkeit, was auch dadurch bedingt ist, dass Alexandra und eine weitere wichtige Volonatierin, die letzten Monate in DEutschland bzw Oesterreich waren. Es wird also wahrscheinlioch besser werden. Wir lassen uns ueberraschen und schauen uns einfach alles an - wer weiss, was wir letzlich tun werden. Es verspricht aber, spannend zu werden.
Montag, 27. September 2010
Aehh, oeffentliche Verkehrsmittel??
Nach New York jetzt L.A., wo wir uns uns irgendeinem Grund nicht halb so wohl fuehlen. Es ist eine merkwuerdige Stadt und obgleich ihrer Groesse ueberraschend proviniziell. Faehrt man durch Wohngebiete, fuehlt man sich wie in einer Kleinstadt. Dazu kommt, dass noch nicht einmal das Wetter ist, wie es sein sollte, sein muss: Es ist kuehl und bewoelkt, diesig. Wo bist du, kalifornische Sonne?
Auch viele der Leute scheinen nicht so mondaen und weltoffen. Der Concierge in unserem Downtown CouchSurfing Zuhause fragt, wie so die Strassen sind in Deutschland und was das Land ausmacht. Als wir unter anderem darauf hinweisen, dass es sehr organisiert ist, auch im Vergleich zu den USA, guckt er uns unglaebig an. "Really?" Nicht nur der Tonfall zeigt, dass er uns nicht glaubt. Dafuer kennt er aber deutschen Fussball - und die Autobahn. ;)
Galen, unser Host, ist anders. Viel gereist, weiss er Einiges zu erzaehlen. Er ist "easy to talk to", ein Kalifornier durch und durch. Denn das muss man ihnen wirklich lassen: Die Leute hier interessieren sich fuer uns, wir werden auf der Strasse lachend auf unsere Rucksaecke angesprochen und sie lieben es, ein bisschen mit uns zu reden. Natuerlich ist vieles nur oberflaechlich, aber es ist nett, angenehm, und haeufig interessant.
Galen wohnt in einer riesigen Loft inmitten der Downtown area. Er verdient sich seine Rente damit, den Kindern der reichen Angelenos Nachhilfe zu geben. Darunter uebrigens die Patentochter von Johnny Depp, der sie des oefteren auch nach den Stunden abholt und ein kleines Schwaetzchen mit Galen haelt. Sein Apartment ist uebrigens direkt gegenueber von unserem vorlaeufigen Zuhause, auf der anderen Strassenseite (!) Leider scheint er im Moment nicht da zu sein, begegnet sind wir ihm leider (!) noch nicht.
Downtown ist fast ausschliesslich Hispanic, man hoert nur spanische Musik aus den Laeden schallen, und es gibt fast nur mexikanisches Essen. Ein Telefonshop bruestet sich mit folgendem Koennen: "We speak English, too!"
Von L.A. werden wir ansonsten besonders die ewigen Busfahrten im Gedaechtnis behalten - die Public Transportation ist unglaublich schlecht!
Aber auch Venice Beach hinterlaesst einen bleibenden Eindruck: Wir haben noch nie so viele Freaks, Drugaddicts und Spirituelle auf einem Haufen gesehen.
Erwaehnung finden sollte auch ein aelterer Mann, den wir abends auf der Strasse treffen. Wegen seines Aussehens halten wir ihn zuerst fuer einen Betrunkenen. Doch als er zu uns kommt, um uns mit den Bussen zu helfen, fangen wir an, uns mit ihm zu unterhalten. Ueber Amerika, Europa, New York. Er hat einen erfrischend nuechternen Blick auf Amerika und seine Probleme. Er stellt fest, dass Amerika stehen geblieben ist, eine kleine, abgeschlossene Welt in der eigentlichen Welt ohne nach aussen gewandtes Interesse.
(Ich habe Francescas Blog mit diesem hier verlinkt, s. Linked, also falls ihr Lust habt...)
Auch viele der Leute scheinen nicht so mondaen und weltoffen. Der Concierge in unserem Downtown CouchSurfing Zuhause fragt, wie so die Strassen sind in Deutschland und was das Land ausmacht. Als wir unter anderem darauf hinweisen, dass es sehr organisiert ist, auch im Vergleich zu den USA, guckt er uns unglaebig an. "Really?" Nicht nur der Tonfall zeigt, dass er uns nicht glaubt. Dafuer kennt er aber deutschen Fussball - und die Autobahn. ;)
Galen, unser Host, ist anders. Viel gereist, weiss er Einiges zu erzaehlen. Er ist "easy to talk to", ein Kalifornier durch und durch. Denn das muss man ihnen wirklich lassen: Die Leute hier interessieren sich fuer uns, wir werden auf der Strasse lachend auf unsere Rucksaecke angesprochen und sie lieben es, ein bisschen mit uns zu reden. Natuerlich ist vieles nur oberflaechlich, aber es ist nett, angenehm, und haeufig interessant.
Galen wohnt in einer riesigen Loft inmitten der Downtown area. Er verdient sich seine Rente damit, den Kindern der reichen Angelenos Nachhilfe zu geben. Darunter uebrigens die Patentochter von Johnny Depp, der sie des oefteren auch nach den Stunden abholt und ein kleines Schwaetzchen mit Galen haelt. Sein Apartment ist uebrigens direkt gegenueber von unserem vorlaeufigen Zuhause, auf der anderen Strassenseite (!) Leider scheint er im Moment nicht da zu sein, begegnet sind wir ihm leider (!) noch nicht.
Downtown ist fast ausschliesslich Hispanic, man hoert nur spanische Musik aus den Laeden schallen, und es gibt fast nur mexikanisches Essen. Ein Telefonshop bruestet sich mit folgendem Koennen: "We speak English, too!"
Von L.A. werden wir ansonsten besonders die ewigen Busfahrten im Gedaechtnis behalten - die Public Transportation ist unglaublich schlecht!
Aber auch Venice Beach hinterlaesst einen bleibenden Eindruck: Wir haben noch nie so viele Freaks, Drugaddicts und Spirituelle auf einem Haufen gesehen.
Erwaehnung finden sollte auch ein aelterer Mann, den wir abends auf der Strasse treffen. Wegen seines Aussehens halten wir ihn zuerst fuer einen Betrunkenen. Doch als er zu uns kommt, um uns mit den Bussen zu helfen, fangen wir an, uns mit ihm zu unterhalten. Ueber Amerika, Europa, New York. Er hat einen erfrischend nuechternen Blick auf Amerika und seine Probleme. Er stellt fest, dass Amerika stehen geblieben ist, eine kleine, abgeschlossene Welt in der eigentlichen Welt ohne nach aussen gewandtes Interesse.
(Ich habe Francescas Blog mit diesem hier verlinkt, s. Linked, also falls ihr Lust habt...)
Sonntag, 19. September 2010
These Streets will make you feel brandnew, these lights will inspire you - Let's hear it for New York - Blogeintrag von Francesca
"Die letzten 24 Stunden im wahnsinnigen New York brechen an und erst jetzt habe ich das Gefuehl mich guten Gewissens aus dem Abenteuer rauszuhalten um euch davon zu berichten.
Die zwei Wochen in der Stadt haben sich wie eine Ewigkeit angefuehlt. Schon in den ersten Tagen waren wir beeindruckt von dem Gefuehl unendlich viel Zeit zu haben. Genau deswegen haben wir viele Tage dazu genutzt uns gedankenlos treiben zu lassen, wodurch wir die Stadt um so vieles besser kennenlernen konnten, als ich es mir je erhofft oder erwuenscht habe.
Wir bewegen uns (meist) ohne Karte und werden zumindest 1-2 mal am Tag nach dem Weg gefragt - whohooo, wir sehen aus wie NewYorkeees :)
Wir leben im noerdlichen Manhattan ( 138th Street, Ecke Broadway) , bewegen uns aber auf der ganzen Insel und in Brooklyn hin und her. Die U Bahnverbindung ist mittelmaessig sobald man nicht mehr in Mid- oder Downtown ist, dafuer singen und spielen immer ausserst witzige Leute darin, die Geld erwarten und bloederweise jedes Mal mein gutes Herz endtarnen und ausgerechnet vor mir stehen bleiben... furchtbar, ihr wisst wie schnell ich erroete... Auch ansonsten tue ich mich schwer mit den Komplimenten, gerade Verkauefer technischer Geraete und Deli Mitarbeiter (Deli = Laden, der kalte Speisen zum Mitnhemen anbietet) erweisen sich als Liebhaber anstoessiger Bemerkungen und immer gleichen Kommentaren ("whoo, these blonde german girls").
Sehr oft wurde ich gefragt "Und ist es denn so, wie man es aus den Filmen kennt?". Diese Frage muss ich selbstverstaendlich bejahen, denn das Financial District ist ebenso hektisch und imposant, die 5th Avenue ebenso luxurioes, modelllastig und snobbig, der Times Square ebenso bunt, lustig und riesig und der Central Park ebenso gross und grossartig, wie man es sich vorstellt, aber es ist eben noch so vieles mehr. All das, was Maren und ich so sehr lieben findet hier ueberhaupt keinen Platz.
Unsere Lieblingsviertel sind ganz eindeutig das Greenwhich Village fuer seine grossartig entspannte Atmosphaere und all die suessen Boutiquen, Bakerys und gute Clubs (angrenzend an Tribeca), das East Village, das so unglaublich Bohemian ist... alle Einwohner sind unglaublich cool, die Vintagelaeden sind hoffnungslos durchgeknallt und jeder dritte Laden beherbergt ein Tattoo Studio, BoCoCa in Brooklyn, das zweifelsohne die hoechste Restaurantdichte aufweist und dabei die Sympathie Brooklyns beibehaelt und Williamsburg, die sehr Hipsterlastige, aber dafuer auch sehr entspannte Hochburg Brooklyns. Kulinarisch und Empfindungstechnisch koennte man die Weltreise gut und gerne auch in NYC erleben.
Unser festes Vorhaben jeden Tag in einem anderen Restaurant zu essen (Ja, draussen essen ist tatsaechlich billiger, als zu kochen) haben wir nur fuer die weltbesten Veggie-Burger auf der Fashion Avenue gebrochen und so haben wir haufenweise tolle Sachen gegessen und hippe und huebsche Restaurants kennengelernt. Die Vintagelaeden sind unglaublich. Auch die Flohmaerkte sind extrem suess und die Wolkenkratzer hinter den Staenden sehen immer etwas fehlplatziert aus.
Die Museen und Gallerien sind orgasmisch. Das MoMA hat natuerlich alle geschlagen, aber auch das Metropolitan und das Whitney waren der Knaller. Unglaublich.
Wir waren auf sehr witzigen Konzerten (Jazz begleitet einen hier tatsaechlich von der Strasse, in Lokale und Kunstaustellungen). Gestern haben wir Jamie Lidell in der Webster Hall gesehen und er (wie auch sein gesamtes Publikum und deren Tanzstil) wurden zum Lord of Gaydom gekuehrt.
Was mich beeindruckt ist die Lebensqualitaet, die die Stadt (der Staat) bietet, ohne etwas dafuer zu erwarten. In den diversen Parks gibt es stets gratis Sportangebote (Tennis, Squash, Basketball etc Plaetze) und Stuehle, Tische zum sitzen. Maren und ich suchen immer nach den Caffees, denen wir zum sitzen Geld in den Po stecken muessen, die gibt es aber nicht. Ganz toll!
Gut, jetzt war ich aber wirklich fleissig. Zusammengefasst laesst sich sagen --> New York kann nicht enttaueschen. Bewegt man sich ausserhalb der Touristenpfade, wobei auch die ganz spannend und beeindruckend (Aussicht vom Empire State Builiding!) sind, entdeckt man soviel Neues und... keine Ahnung Wahnsinniges, dass man einfach zurueck wollen MUSS.
Ach und das Wetter ist auch ausgezeichnet, es bewegt sich zwischen 23 und 30 Grad. Der "Sturm" war ein unglaublich starker Sommerregen, durch den Maren und ich barfuss vom Fashion Week Zelt zu einem Jazz Konzert gerannt sind. Also ist und war alles gut :)
Ich melde mich bald und dann hoffentlich auch mit ein Paar der hunderten Fotos, wenn ich an der Westkueste bin wieder."
Das sagt Francesca dazu.
Donnerstag, 16. September 2010
Kennenlernen
Wir bewegen uns mittlerweile tatsaechlich schon ohne Karte oder Subwayplan umher, kennen uns gar nicht schlecht aus. Die Nummerierung der Strassen hilft. Bei kleinen Umwegen entdecken wir immer wieder Neues. Eine kleine Styrasse, in der es nur Diamanten zu kaufen gibt - nein, gab - denn merkwuerdigerweise sind alle Laeden verlassen und leer. Die Krise?
Schon haben wir auch unsere Lieblingsecken auserkoren: Das fast laendliche, ehemalige Kuenstlerviertel Greenwich Village, mit nette kleinen Restaurants und Boutiquen und einem unwiderstehlichen Charme, der wahrscheinlich vor allem aus dem Kontrast zu Midtown mit seinen enlosen Skyscrapern, Glasfassaden und Leuchtreklamen resultiert. Beides trennen troztdem keine 15 MInuten UBahnfahrt. Auch der Central Park, die Ruheoase in all dem Grossstadtgewusel, hat es uns angetan. Hier ruhen wir unsere geschundenen Fuesse und Beine aus nach stundenlangen Spaziergaengen durch die unterschiedlichen Voertel Manhattans. 10 Minuten, ein paar Schritte nur, trennen die Wiese, auf der wir liegen, von den zahllosen Cabs, Bussen und Fusgaengern, den Hochhaeusern, Banken und Delis. Dennoch hoert man davon kaum etwas, vergisst schnell, wie nah die Stadt ist, und entspannt auf gruenen Wiesen, zwischen Baeumen und Eichhoernchen.
Auf dem Weg vom Museum of Modern Art, das wir in einem Gefuehl von Surrealitaet verlassen (Sieht nicht alles ploetzlich so viel dreidimensionaler aus als sonst?) zu einem kostenlosen Jazz Konzert werden wir vom Regen ueberrascht: Innerhalb von Minuten sind wir vollkommen durchnaesst, laufen wie wahnsinnig die letzten Blocks und koennen kaum aufhoeren zu lachen. Ich muss meine Flip Flops ausziehen, denn darin kann ich mittlerweile nicht mehr laufen. Suie sind so durchnaesst, dass ich sie mit jedem Schritt verlieren wuerde. In einem Kaufhaus am Ziel lese ich in den Restrooms auf der suche nach einem Foen von der Tornado Warnung fuer Brooklyn und Queens, auch Manhattan koennte getroffen werden. Der Regen, und auch das enorme Donnern haben mittlerweile aufgehoert, also sind wir beruhigt. Alles in allem ein surreales Erlebnis: Barfuss bei stroemendem Regen durch New York. Wir hoffen auf unser Immunsystem, denn das Air Conditioning in der Ubahn nimmt auf unsere triefend nassen Klamotten selbstverstaendlich keine Ruecksicht.
Was uns wundert, und zugleich ein bisschen stolz macht: Wir werden immer wieder nach dem Weg oder dem eine oder anderen Restaurant oder Supermarkt gefragt - bewegen wir uns tatsaechlioch so, als wuerden wir hier leben???? wohl fuehlen wir uns auf jeden Fall. Beide haben wir schon festgestellt, dass wir beide gern das ein oder andere Jahr in NewYork verbringen wuerden.
Schon haben wir auch unsere Lieblingsecken auserkoren: Das fast laendliche, ehemalige Kuenstlerviertel Greenwich Village, mit nette kleinen Restaurants und Boutiquen und einem unwiderstehlichen Charme, der wahrscheinlich vor allem aus dem Kontrast zu Midtown mit seinen enlosen Skyscrapern, Glasfassaden und Leuchtreklamen resultiert. Beides trennen troztdem keine 15 MInuten UBahnfahrt. Auch der Central Park, die Ruheoase in all dem Grossstadtgewusel, hat es uns angetan. Hier ruhen wir unsere geschundenen Fuesse und Beine aus nach stundenlangen Spaziergaengen durch die unterschiedlichen Voertel Manhattans. 10 Minuten, ein paar Schritte nur, trennen die Wiese, auf der wir liegen, von den zahllosen Cabs, Bussen und Fusgaengern, den Hochhaeusern, Banken und Delis. Dennoch hoert man davon kaum etwas, vergisst schnell, wie nah die Stadt ist, und entspannt auf gruenen Wiesen, zwischen Baeumen und Eichhoernchen.
Auf dem Weg vom Museum of Modern Art, das wir in einem Gefuehl von Surrealitaet verlassen (Sieht nicht alles ploetzlich so viel dreidimensionaler aus als sonst?) zu einem kostenlosen Jazz Konzert werden wir vom Regen ueberrascht: Innerhalb von Minuten sind wir vollkommen durchnaesst, laufen wie wahnsinnig die letzten Blocks und koennen kaum aufhoeren zu lachen. Ich muss meine Flip Flops ausziehen, denn darin kann ich mittlerweile nicht mehr laufen. Suie sind so durchnaesst, dass ich sie mit jedem Schritt verlieren wuerde. In einem Kaufhaus am Ziel lese ich in den Restrooms auf der suche nach einem Foen von der Tornado Warnung fuer Brooklyn und Queens, auch Manhattan koennte getroffen werden. Der Regen, und auch das enorme Donnern haben mittlerweile aufgehoert, also sind wir beruhigt. Alles in allem ein surreales Erlebnis: Barfuss bei stroemendem Regen durch New York. Wir hoffen auf unser Immunsystem, denn das Air Conditioning in der Ubahn nimmt auf unsere triefend nassen Klamotten selbstverstaendlich keine Ruecksicht.
Was uns wundert, und zugleich ein bisschen stolz macht: Wir werden immer wieder nach dem Weg oder dem eine oder anderen Restaurant oder Supermarkt gefragt - bewegen wir uns tatsaechlioch so, als wuerden wir hier leben???? wohl fuehlen wir uns auf jeden Fall. Beide haben wir schon festgestellt, dass wir beide gern das ein oder andere Jahr in NewYork verbringen wuerden.
Donnerstag, 9. September 2010
New York City in allen Facetten
Wir fliegen ueber NYC im Landeanflug und sehen die Skyline im Sonnenuntergang. Sie sieht genauso aus wie man sie schon so haeufig gesehen hat, das New York, die Stadt der Staedte. Das sie viel mehr ist als nur das was man zu kennen oder wissen glaubt, stellen wir schon bald fest.
Wir nehmen das Taxi nach Crown Heights, Brooklyn, dort werden wir bei einem New Yorker, Joel. wohnen. Auf der Fahrt ist auf den Buergersteigen kein einziger weisser Mensch zu sehen. Wir fuehlen uns schon jetzt etwas "out of place", es ist ungewohnt. Als wir aussteigen, hoeren wir Musik durch die Strassen hallen. Es ist die Nacht vor dem Labor Day, und in Crown Heights wird gefeiert. Am naechsten Tag ist die West-Indian American Day Parade, ein Fest der karibischen Bevoelkerung. Es ist einiges los, die Menschen stehen in Gruppen zusammen oder tanzen zu karibischen Klaengen. Einmal hoert man eine Cover version von Take That, mit Reggae beats unterlegt. Wir muessen etwas auf unseren host warten, setzen uns auf die Stufen vor dem Haus. Wir werden interessiert, etwas verwundert angeguckt, die Maedchen schauen argwoehnisch. Je spater es wird, desto mehr werden wir angesprochen, von Maennern. Sie sind interessiert und unaufdringlich. Trotzdem ist eine Nachbarin besorgt um uns. "Be very, very aware and caraful" warnt sie uns.
Als Joel kommt, spricht er von Vorbereitungen fuer das Fest, er hat etwas mit seinen Freunden vor und laedt uns ein, aber wir sind zu muede und wollen nur noch schlafen. Er zeigt uns sein Zimmer: Eine breite Matratze auf dem Boden und ein Fernseher. "I just moved here 3 days ago". Er wird die naechsten MOnate in Berlin verbringen und ist deshalb aus seiner alten Wohnung ausgezogen.
Er hat nicht vor, diese Nacht zu schlafen, also haben wir die Matratze fuer uns. Gott sei Dank!
Am morgen sind die Strassen voll mit Menschen. Wir sind noch immer die einzigen weissen weit und breit. Man reagiert unterschiedlich auf uns. Eine Frau wuenscht uns viel Spass.. Sie scheint es gut zu finden, dass wir uns fuer ihre Kultur interessieren. Ein Anderer sagt schelmisch "I like white girls, I'm not gonna lie." Es wird noch deutlicher, dass wir uns hier nur ueber unsere Hautfarbe identifizieren, genauso wie sie. Uns wird bewusster denn je, in was fuer einer Subkultur wir uns befinden.
Am Strassenrand und in den Backyards wird gegrillt, es raucht ordentlich, aber riecht gut. Es wird gespielt, getanzt. Alle stroemen Rcihtung Parade. Die Stimmung ist gut. Wir fuehlen uns ein bisschen wie in der Karibik. Die kleinen Laeden und Kioske am Strassenrand erinnern mich an Kuba, und der Strassenlaerm ist wie in suedlichen Laendern ueblich: Es wird gehupt, was das Zeug haelt. In jedem Supermarkt gibt es vorne grosse Obst Auslagen, immer auch Yams Wurzeln und fremdartige Gemuesesorten.
Die Parade ist leider etwas schwer zu sehen, zu viele Menschen, auch zu viele Blockaden. Trotzdem beeindrucken die Kostueme. Viel nackte Haut, viel Glitzer und viele Federn. Von JOel lernen wir, dass abernicht der brasilianische Karneval das non-plus-lutra ist, sondern der in Trinidad, wo er geboren ist. Fuenf Prozent der Trinidader sind Deutsche. "They come to Trnidad and fall in love".
Mit der Subway ein paar Stationen weiter ist Downtown Brooklyn. Wir steigen aus und staunen: Hier ist es ganz anders als ein paar Kilometer weiter oestlich. Wir schlendern durch eine Mall. Das ist das Amerika, was wir schon kennen.
Am naechsten Tag fahren wir nach Manhattan, in den Norden, nach Harlem. Dort gibt es ein Buero, wo man billige Zimmer mieten kann. Wir wollen Joel nicht weiter gaenzlich vom Scvhlafen abhalten. Als omieten wir ein Zimmer mit geteilter Kueche und Bad fuer 300$/zwei Wochen. Wir wohnen in einem schoenen Haus, der Flur der Wohnung ist schmal und eng, aber alles hat einen etwas bruechigen Charme. Auch die Gegend ist schoen. Grosse Steinhaeuser, mehr gruen, und wir sind umgeben von Hispanos, Schwarzen und Weissen, nicht mehr in der Minderheit.
Wir lassen uns treiben und machen, was uns gerade einfaellt. Wir sind froh, so viel Zeit zu haben.
Manhattan ist wahnsinnig, am Abend verbringen wir viel Zeit am Times Square: Er ist beeindruckend, dieser Ort des Konsums, das Abbild westlicher Gesellschaft.
Ich fuehle mich wirklich gut. Die Anspannung, die vor der Reise da war, ist abgefallen. Alles, was wir jetzt zu tun haben, ist zu geniessen, wir haben keine Verpflichtungen. So fuehlt sich Freiheit an, glaub ich :)
Wir nehmen das Taxi nach Crown Heights, Brooklyn, dort werden wir bei einem New Yorker, Joel. wohnen. Auf der Fahrt ist auf den Buergersteigen kein einziger weisser Mensch zu sehen. Wir fuehlen uns schon jetzt etwas "out of place", es ist ungewohnt. Als wir aussteigen, hoeren wir Musik durch die Strassen hallen. Es ist die Nacht vor dem Labor Day, und in Crown Heights wird gefeiert. Am naechsten Tag ist die West-Indian American Day Parade, ein Fest der karibischen Bevoelkerung. Es ist einiges los, die Menschen stehen in Gruppen zusammen oder tanzen zu karibischen Klaengen. Einmal hoert man eine Cover version von Take That, mit Reggae beats unterlegt. Wir muessen etwas auf unseren host warten, setzen uns auf die Stufen vor dem Haus. Wir werden interessiert, etwas verwundert angeguckt, die Maedchen schauen argwoehnisch. Je spater es wird, desto mehr werden wir angesprochen, von Maennern. Sie sind interessiert und unaufdringlich. Trotzdem ist eine Nachbarin besorgt um uns. "Be very, very aware and caraful" warnt sie uns.
Als Joel kommt, spricht er von Vorbereitungen fuer das Fest, er hat etwas mit seinen Freunden vor und laedt uns ein, aber wir sind zu muede und wollen nur noch schlafen. Er zeigt uns sein Zimmer: Eine breite Matratze auf dem Boden und ein Fernseher. "I just moved here 3 days ago". Er wird die naechsten MOnate in Berlin verbringen und ist deshalb aus seiner alten Wohnung ausgezogen.
Er hat nicht vor, diese Nacht zu schlafen, also haben wir die Matratze fuer uns. Gott sei Dank!
Am morgen sind die Strassen voll mit Menschen. Wir sind noch immer die einzigen weissen weit und breit. Man reagiert unterschiedlich auf uns. Eine Frau wuenscht uns viel Spass.. Sie scheint es gut zu finden, dass wir uns fuer ihre Kultur interessieren. Ein Anderer sagt schelmisch "I like white girls, I'm not gonna lie." Es wird noch deutlicher, dass wir uns hier nur ueber unsere Hautfarbe identifizieren, genauso wie sie. Uns wird bewusster denn je, in was fuer einer Subkultur wir uns befinden.
Am Strassenrand und in den Backyards wird gegrillt, es raucht ordentlich, aber riecht gut. Es wird gespielt, getanzt. Alle stroemen Rcihtung Parade. Die Stimmung ist gut. Wir fuehlen uns ein bisschen wie in der Karibik. Die kleinen Laeden und Kioske am Strassenrand erinnern mich an Kuba, und der Strassenlaerm ist wie in suedlichen Laendern ueblich: Es wird gehupt, was das Zeug haelt. In jedem Supermarkt gibt es vorne grosse Obst Auslagen, immer auch Yams Wurzeln und fremdartige Gemuesesorten.
Die Parade ist leider etwas schwer zu sehen, zu viele Menschen, auch zu viele Blockaden. Trotzdem beeindrucken die Kostueme. Viel nackte Haut, viel Glitzer und viele Federn. Von JOel lernen wir, dass abernicht der brasilianische Karneval das non-plus-lutra ist, sondern der in Trinidad, wo er geboren ist. Fuenf Prozent der Trinidader sind Deutsche. "They come to Trnidad and fall in love".
Mit der Subway ein paar Stationen weiter ist Downtown Brooklyn. Wir steigen aus und staunen: Hier ist es ganz anders als ein paar Kilometer weiter oestlich. Wir schlendern durch eine Mall. Das ist das Amerika, was wir schon kennen.
Am naechsten Tag fahren wir nach Manhattan, in den Norden, nach Harlem. Dort gibt es ein Buero, wo man billige Zimmer mieten kann. Wir wollen Joel nicht weiter gaenzlich vom Scvhlafen abhalten. Als omieten wir ein Zimmer mit geteilter Kueche und Bad fuer 300$/zwei Wochen. Wir wohnen in einem schoenen Haus, der Flur der Wohnung ist schmal und eng, aber alles hat einen etwas bruechigen Charme. Auch die Gegend ist schoen. Grosse Steinhaeuser, mehr gruen, und wir sind umgeben von Hispanos, Schwarzen und Weissen, nicht mehr in der Minderheit.
Wir lassen uns treiben und machen, was uns gerade einfaellt. Wir sind froh, so viel Zeit zu haben.
Manhattan ist wahnsinnig, am Abend verbringen wir viel Zeit am Times Square: Er ist beeindruckend, dieser Ort des Konsums, das Abbild westlicher Gesellschaft.
Ich fuehle mich wirklich gut. Die Anspannung, die vor der Reise da war, ist abgefallen. Alles, was wir jetzt zu tun haben, ist zu geniessen, wir haben keine Verpflichtungen. So fuehlt sich Freiheit an, glaub ich :)
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