Der November beginnt mit Regen - und zwar ununterbrochenem, stroemenden Weltuntergangs-Naturkatastrophen-Regen. Es will gar niucht mehr aufhoeren, vier Tage und Naechte regnet es durch, ohne Unterbrechung. Und obwohl ich sonst gerne uebertreibe, wenn ich ununterbrochen sage, dann meine ich es. Leicht vorzustellen ist die immense Feuchtigkeit in der Luft, die alles, auch drinnen, fast nass werden laesst, ohne mit einem Tropfen Regen in Beruehrung gekommen zu sein. Ein Blick in die Schublade offenbart: Unsere Reisepaesse schimmeln! Ein seltsamer, irgendwie beuunruhigender Anblick.
Leicht vorzustellen ist auch, was dieses Wetter mit den nur halbwegs befestigten Huetten aus Wellblech, Brettern und Tuechern macht. Vieles wiurd einfach weggespuelt, und wenn nicht das, dann doch wenigstens bis aufs Innerste durchnaesst.
Auch wir sind bald mit dem Paradoxon schlechthin konfrontiert: Waehrend draussen die Sintflut imitiert wird, ist dem Wasserhahn kein einziger Tropfen zu entlocken. Das zu verstehen, faellt schwer, aber die Einzelhaendler freuen sich - sie lassen die Preise fuer Wasser in Flaschen und Kanistern prompt steigen.
Es fahren keine Busse mehr, die Strassen sind von Erdrutschen und Schlamm unpassierbar gemacht. Die Folge: Fuer fast eine Woche koennen viele hier nicht zur Arbeit. Auch fuer uns faellt alles aus, allerdings mit dem UNterschied, dass wir unser Essen trotzdem noch bezahlen koennen. Denn wo es vorher schon an Allem mangelte, fehlt jetzt auch das letzte Geld fuer Reis und BOhnen.
Wer Pech hat, verliert ausser seinem Haus und all seinem Hab und Gut nun auch noch die Moeglichkeit, Essen zu kaufen. Und nicht nur das: In ganz Costa Rica sind fast 50 Tote aufgrund der Regenfaelle verzeichnet. In San Isidro selbst ist es nicht allzu schlimm - zumindest gibt es wohl keine Toten.
Wir sitzen auf unseren paar zumindest halbwegs trockenen Quadratmetern und ueberlegen uns, wie wir helfen koennen. Schnell wird uns klar: Wir haben weder Geld noch andere MIttel dafuer. Es fehlen Transportmoeglichkeiten, Baumaterialien, Wasserkanister und vieles mehr.
Letztlich sind wir zum Nichtstum verbannt - ein ungutes Gefuehl, und es draengt sich die unschoene Frage auf, was wir denn hier eigentlich machen, wenn noch nicht einmal die Grundbeduerfnisse vieler Menschen gedeckt sind? Ein bisschen Zirkus-Training?
Aber diese Phase der Bitterkeit geht vorbei, der Regen hoert auf, das Leben nimmt wieder seinen Lauf. Ja, so fuehlt es sich wirklich an, als haette fuer diese paar Tage das Leben stillgestanden.
Jetzt hat es fuer drei Tage gar nicht geregnet, und wir planen unseren Urlaub: Eine Woche in Nicaragua, und auf dem Rueckweg eine Nationalparktour im Norden Costa Ricas mit Bungee-Sprung.
Ich kann es kaum erwarten, mal wieder meinen Rucksack zu packen und loszuziehen!!!
klingt krass. war wahrscheinlich auch krass. aber nun sieht es so als ginge es bergauf! weiter viel spaß! auch wenn es manchmal etwas gruselig klingt schwingt doch ein irgendwie zufriedener unterton mit :) viele liebe grüße an die welt, amelie
AntwortenLöschenbin auch mal auf deiner Seite.. Laura liest mir immer vor was du bzw ihr so erlebt... Schön, ein bisschen dabei sein zu können. Schließe mich Amelie an.. Viel Spaß bei all den Abenteuern, die noch auf euch warten! :) Suzy
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