Nach New York jetzt L.A., wo wir uns uns irgendeinem Grund nicht halb so wohl fuehlen. Es ist eine merkwuerdige Stadt und obgleich ihrer Groesse ueberraschend proviniziell. Faehrt man durch Wohngebiete, fuehlt man sich wie in einer Kleinstadt. Dazu kommt, dass noch nicht einmal das Wetter ist, wie es sein sollte, sein muss: Es ist kuehl und bewoelkt, diesig. Wo bist du, kalifornische Sonne?
Auch viele der Leute scheinen nicht so mondaen und weltoffen. Der Concierge in unserem Downtown CouchSurfing Zuhause fragt, wie so die Strassen sind in Deutschland und was das Land ausmacht. Als wir unter anderem darauf hinweisen, dass es sehr organisiert ist, auch im Vergleich zu den USA, guckt er uns unglaebig an. "Really?" Nicht nur der Tonfall zeigt, dass er uns nicht glaubt. Dafuer kennt er aber deutschen Fussball - und die Autobahn. ;)
Galen, unser Host, ist anders. Viel gereist, weiss er Einiges zu erzaehlen. Er ist "easy to talk to", ein Kalifornier durch und durch. Denn das muss man ihnen wirklich lassen: Die Leute hier interessieren sich fuer uns, wir werden auf der Strasse lachend auf unsere Rucksaecke angesprochen und sie lieben es, ein bisschen mit uns zu reden. Natuerlich ist vieles nur oberflaechlich, aber es ist nett, angenehm, und haeufig interessant.
Galen wohnt in einer riesigen Loft inmitten der Downtown area. Er verdient sich seine Rente damit, den Kindern der reichen Angelenos Nachhilfe zu geben. Darunter uebrigens die Patentochter von Johnny Depp, der sie des oefteren auch nach den Stunden abholt und ein kleines Schwaetzchen mit Galen haelt. Sein Apartment ist uebrigens direkt gegenueber von unserem vorlaeufigen Zuhause, auf der anderen Strassenseite (!) Leider scheint er im Moment nicht da zu sein, begegnet sind wir ihm leider (!) noch nicht.
Downtown ist fast ausschliesslich Hispanic, man hoert nur spanische Musik aus den Laeden schallen, und es gibt fast nur mexikanisches Essen. Ein Telefonshop bruestet sich mit folgendem Koennen: "We speak English, too!"
Von L.A. werden wir ansonsten besonders die ewigen Busfahrten im Gedaechtnis behalten - die Public Transportation ist unglaublich schlecht!
Aber auch Venice Beach hinterlaesst einen bleibenden Eindruck: Wir haben noch nie so viele Freaks, Drugaddicts und Spirituelle auf einem Haufen gesehen.
Erwaehnung finden sollte auch ein aelterer Mann, den wir abends auf der Strasse treffen. Wegen seines Aussehens halten wir ihn zuerst fuer einen Betrunkenen. Doch als er zu uns kommt, um uns mit den Bussen zu helfen, fangen wir an, uns mit ihm zu unterhalten. Ueber Amerika, Europa, New York. Er hat einen erfrischend nuechternen Blick auf Amerika und seine Probleme. Er stellt fest, dass Amerika stehen geblieben ist, eine kleine, abgeschlossene Welt in der eigentlichen Welt ohne nach aussen gewandtes Interesse.
(Ich habe Francescas Blog mit diesem hier verlinkt, s. Linked, also falls ihr Lust habt...)
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