Dienstag, 5. Oktober 2010

Costa Rica - Pura Vida?

Angekommen auf dem Flughafen in San José, treffen wir nach ein paar Stunden Wartezeit Alexandra - Wienerin, lange, blonde Dreads, etwa 24 und mit beneidenswerten Spanisch - eine der Hauptverantwortlichen fuer das Projekt. Mit ihr fahren wir zu einem ihrer Freunde in einem VOrort von San JOsé. Natuerlich ist der Preis fuer das Taxi Verhandlungssache ;) Was auf der Fahrt sofort auffaellt: Alles ist unglaublich gruen - definitiv eine der positiven Auswirkungen des alltaeglichen Regens. Natuerlich regnet es auch jetzt. Meist ist es bis mittags warm, eine stehende, schwuele Hitze, und dann der Regen: Es schuettet heftig, haeufig mit Gewittern verbunden, aber niemand scheint das ueberhaupt noch zu bemerken. Einmal am Tag nass werden ist normal, und erstaunlicherweise stoert es mich nicht. Es ist erfrischend und nicht zu kalt. Trocknen wiederum ist schwieriger...

Kaum bei CHristiano, Alex Freund, angekommen, bekomen wir unsere mangelnden Spanischkenntnisse zu spueren: Wir verstehen nicht genug, um mitreden zu koennen - selbst wenn wir mutig genug zu groesseren Beitraegen waeren.
Am naechsten morgen entschliessen wir spontan und in einem Anfall offensichtlichen Wahnsinns, entscheiden wir, die etwa 4 STunden BUsfahrt zur Karibikkueste aufzunehmen, um dort STrand und Meer und die Reggae Partys zu geniessen. Schon die BUsfahrt ist spannend: Wir fahren auf einer STrasse, die durch den Urwald fuehrt - es ist atemberaubend.
Abends kommen wir an, essen Pinto, Reis und BOhnen, das Costa Ricanische STandardgericht und beeilen uns, an dem traumhaften Karibikstrand zu kommen, der sogar im Dunkeln TRaeume wahr werden laesst. Das Wasser ist warm und weich.
Der Reggae und ein bisschen Cuba LIbre -  natuerlich! - tun das ihre, und nachher legen wir uns an den STrand, um noch ein par STunden zu schlafen - bis es regnet, und wir auf ein paar ueberdachte Holzdielen ausweichen, bis unser BUs um halb 8 faehrt. Ungeduscht und muede steigen wir in den Bus, um zurueck nach San JOsé zu fahren - verrueckt, ein Abenteuer, aber ein lohnendes! :)
Fuer den BUs bezahlen wir uebrigens fuer die gesamte STrecke etwa 4500 colones, 7 €. Trotzdem trampen wir auf dem HInweg, es macht Spass, die "Ticos" sind amables und lustig und lassen uns zu fuenft mitfahren, zum teil im KOfferraum.

Wieder in San José gehen wir auf eine Veranstaltung des Auswaertigen Amtes, eine Art DEutsch-Costa Ricanische Austauschfeier mit Bratwurst, deutschem Bier und Marmelade - ein komisches Gefuehl.
Spaeter treten dort auch die KInder des Preojektes mit ihrem Zirkus auf. DEr Circo Fantazztico macht seinem Namen alles Ehre. Es sind etwa 15 KInder zwischen 10 und 18 Jahren, die aus den benachteiligsten VIerteln von San Isidro (etwa drei Stunden suedlich von San José) stammen und seit eineigen Jahren bei VIda NUeva Zirkus machen, inklusive Europatouren. Sie sind eine aufgeschlossene Gruppe, selbstbewusst und mit viel Zusammenhalt. Sie sind es gewohnt, die vielen deutschen, oesterreichischen und schweizerischen Volontarier, wir werden mit "Hallo" und "Wie gehts dir?" begruesst.

Endlich in San Isidro, dem STandort des Projektes, kommen wir im Comedor unter - das Gemeinschaftshaus des Vereins. Es begruessen uns viele Freiwillige, und wir finden eine Matratze in einem zur Zeit bis auf eine Volontarierin unbeowhntes Zimmer. GLeich neben der Matratze zeigt sich die erste Kakerlake, und wir hoeren von Muecken und vor allem Floehen. Aber niemand laesst sich davon stoeren. Es sind eben Dinge, die zu dem Leben hier dazugehoeren.
Es gibt ein Gemeinschaftsbad mit kalter Dusche - brrr :) Also verschieben wir die Dusche auf den waermerenMorgen. Die drei Hunde und zwei Welpen gehoeren offenbar zum Inventar im Gemeinschaftsraum, auch wenn sie nur zu haeufig rausgeworfen werden. Schliesslich will man mehr Floehe vermeiden. DEr Gemeinschaftsraum hat keine Glasfenster, nur grossmaschige, bunte Gitterstaebe. Sowieso ist alles sehr bunt - hunderte von Freiwilligen haben sich an den Waenden kuenstlerisch kreativ verewigt.
Die Stimmung ist gut, alle kennen sich schon. Allerdings wird natuerlich - und leider - deutsch gesprochen. Auf der einen Seite sind wir erleichtert, endlich wieder mitreden zu koennen. Trotzdem verabschiede ich mich etwas wehen Herzens von zukuenftigen besseren Spanischkenntnissen. Aber wie es scheint, taeusche ich mich doch: Der Kontakt mit den TIcos und den wenigen HIspanischen Freiwilligen wird wenigstens etwas bringen.

Die Reunión aller Freiwilligen, eine Art woechentliche Zusammenkunft, zeigt: Es findet viel statt, aber viel bedarf besserer Organisation und mehr Hartnaeckigkeit, was auch dadurch bedingt ist, dass Alexandra und eine weitere wichtige Volonatierin, die letzten Monate in DEutschland bzw Oesterreich waren. Es wird also wahrscheinlioch besser werden. Wir lassen uns ueberraschen und schauen uns einfach alles an - wer weiss, was wir letzlich tun werden. Es verspricht aber, spannend zu werden.

3 Kommentare:

  1. Kakerlaken und Flöhe...darauf könnte ich verzichten, aber alles andere klingt wirklich beneidenswert!
    bisous

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  2. Hehe, Nina, ich kann dir nur zustimmen! Den Partyausflug finde ich übrigens bersonders spannend! Was macht das Spanisch, muy bien?

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  3. Kannst du auch was ueber the Hughes schreiben? Und ausfuerlicher ;) Ich sterbe vor Neugier, aber ich weiss dass du die Zeit deines Lebens nicht mit Schreiben verbringen moechtest!
    Ach uebrigens, Thomas ist auch verlobt :) Die Amis...
    <3

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