Mal wieder ueberqueren wir eine Grenze, die nach Thailand diesmal. Sofort wird uns - zum ersten Mal - bewusst, wie gross der Unterschied zwischen den Nachbarlaendern wirklich ist. Nach den winzigen und seltsam laendlichen Staedten Laos' ist schon die kleine Grenzstadt auf der anderen Seite des 20 Meter breiten Flusses eine andere Welt, mit mehr touristischer Infrastruktur, mehr Industrie, mehr Angebot - schlicht mehr Geld. Jetzt erst wird deutlich, wi esehr sich das Land durch den Tourismus wohl schon veraendert hat.
Ein paar Kilometer weiter in Chiang Rai besuchen wir das halbfertige und ausgesprichen ambitionierte Werk eines wohl groessenwahnsinnigen Kuenstlers, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, einen Tempel im Format des Taj Mahals oder Angkor Wats zu bauen. Das Ergebnis ist ein wahrhaftig erstaunliches, schockierend kitschiges weisses Meisterwerk, das mit seinen Millionen und Abermilliionen kleinen Mosaikspiegeln und Verzierungen in der Sonne nur so glitzert, dass man sich unmittelbar in die maerchenhaften Gefilde eines Disneyfilmes hineinversetzt fuehlt.
Das Innere ist sogar noch bemerkenswerter: Der Erbauer ist nicht nur aesthetisch und architektonisch taetig, sondern hinterlaesst auch eindeutige politische Nachrichten auf der inneren Wand des Tempels. Ein Daemon mit dem Abbild BUshs im einen und dem Bin Ladens im anderen Auge speit Waffen aus seinem Maul, indem die Twin Towers in Fl;ammen stehen, Spiederman heruaskrabbelt, ein Avatar durch die Luefte fliegt und so manch andere Figur aus den Medien. Immer wieder wird etwas hinzugefuegt - brand aktuell. Ein Tempel etwas anderer Art, und der Buddha auf der gegenuebrliegenden Seite strahlt in diesem Kontrast erst Recht die gewuenschte Ruhe aus.
Ein Stueck weiter suedlich in Chiang Mai koennen wir den Reizen des riesigen Nachtmarktes unmoeglich (unmoeglich, wirklich!) wiederstehen und fuegen unseren Rucksaecken das ein oder andere Kilo hinzu, waehrend die Geldbeutel an Gewicht verlieren...
Nach ein paar Tagen ohne viel zu tun oder zu sehen und zudem ein bisschen Suedostasien ubersaettigt, machen wir uns schon fruehzeitig wiedr auf den Weg nach Bangkok.
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