Donnerstag, 16. September 2010

Kennenlernen

Wir bewegen uns mittlerweile tatsaechlich schon ohne Karte oder Subwayplan umher, kennen uns gar nicht schlecht aus. Die Nummerierung der Strassen hilft. Bei kleinen Umwegen entdecken wir immer wieder Neues. Eine kleine Styrasse, in der es nur Diamanten zu kaufen gibt - nein, gab - denn merkwuerdigerweise sind alle Laeden verlassen und leer. Die Krise?
Schon haben wir auch unsere Lieblingsecken auserkoren: Das fast laendliche, ehemalige Kuenstlerviertel Greenwich Village, mit nette kleinen Restaurants und Boutiquen und einem unwiderstehlichen Charme, der wahrscheinlich vor allem aus dem Kontrast zu Midtown mit seinen enlosen Skyscrapern, Glasfassaden und Leuchtreklamen resultiert. Beides trennen troztdem keine 15 MInuten UBahnfahrt. Auch der Central Park, die Ruheoase in all dem Grossstadtgewusel, hat es uns angetan. Hier ruhen wir unsere geschundenen Fuesse und Beine aus nach stundenlangen Spaziergaengen durch die unterschiedlichen Voertel Manhattans. 10 Minuten, ein paar Schritte nur, trennen die Wiese, auf der wir liegen, von den zahllosen Cabs, Bussen und Fusgaengern, den Hochhaeusern, Banken und Delis. Dennoch hoert man davon kaum etwas, vergisst schnell, wie nah die Stadt ist, und entspannt auf gruenen Wiesen, zwischen Baeumen und Eichhoernchen.
Auf dem Weg vom Museum of Modern Art, das wir in einem Gefuehl von Surrealitaet verlassen (Sieht nicht alles ploetzlich so viel dreidimensionaler aus als sonst?) zu einem kostenlosen Jazz Konzert werden wir vom Regen ueberrascht: Innerhalb von Minuten sind wir vollkommen durchnaesst, laufen wie wahnsinnig die letzten Blocks und koennen kaum aufhoeren zu lachen. Ich  muss meine Flip Flops ausziehen, denn darin kann ich mittlerweile nicht mehr laufen. Suie sind so durchnaesst, dass ich sie mit jedem Schritt verlieren wuerde. In einem Kaufhaus am Ziel lese ich in den Restrooms auf der suche nach einem Foen von der Tornado Warnung fuer Brooklyn und Queens, auch Manhattan koennte getroffen werden. Der Regen, und auch das enorme Donnern haben mittlerweile aufgehoert, also sind wir beruhigt. Alles in allem ein surreales Erlebnis: Barfuss bei stroemendem Regen durch New York. Wir hoffen auf unser Immunsystem, denn das Air Conditioning in der Ubahn nimmt auf unsere triefend nassen Klamotten selbstverstaendlich keine Ruecksicht.

Was uns wundert, und zugleich ein bisschen stolz macht: Wir werden immer wieder nach dem Weg oder dem eine oder anderen Restaurant oder Supermarkt  gefragt - bewegen wir uns tatsaechlioch so, als wuerden wir hier leben???? wohl fuehlen wir uns auf jeden Fall. Beide haben wir schon festgestellt, dass wir beide gern das ein oder andere Jahr in NewYork verbringen wuerden.

2 Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Wirklich traumhaft schoen, ich kann es mir richtig vorstellen: Nur die Augen schliessen und dann bin ich bei dir- mitten drin in DER Metropole schlecht hin; die Mutter aller Metropolen.

    Bei mir sieht es so anders aus: gruen, gruener, Urwald. Idyllisch, ruhig und trotzdem verrueckt!

    Gruess Shasta! :D Dicker Kuss und gute Weiterreise :)
    Deine Bettina, die jetzt officiel zur Bettina la latina und nicht la Gringa gekuehrt wurde :P

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