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In Bangkok angekommen, sind wir beeindruckt vom Chaos, der Fuelle an Leben, der schlechten Luft und den schoenen Tempeln. Spannend, aber auch anstrengend, das ist Bangkok fuer uns in diesen ersten paar Tagen.
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Nach einer ausgiebeig fualenzerischen Zeit auf den Inseln Thailands finden wir uns auf einem Zwischenstopp vor Kambodscha wieder in Bangkok ein. Diesmal benutzen wir nicht den Bus, sondern entgehen den verstopften Strassen, indem wir uns vom Wassertaxi auf den Kanaelen der Stadt von einem ans andere Ende bringen lassen. Nicht umsonst, stellen wir fest, wird Bangkok mitunter "Venedig des Ostens" genannt, denn es ist vernetzt von einer Vielzahl grosser und kleiner Kanaele, die die Stadt noch immer auf eine ganz andere Art und Weise zugaenglich machen. Ein unbeabsichtigter langer Spaziergang auf schmalen Wegen entlang des Kanals wird zu einem meiner Lieblings-Bangkok Erlebnisse. Auf der Suche nach einer Wassertaxi Haltestelle schlendern wir dicht an den Haeusern entlang, die direkt am Kanal gebaut sind. Hier hat das Leben einen etwas anderen Rhythmus, oder zumindest eine andere Lautstaerke; von dem Strasenlaerm, der sonst alles dominiert, hoert man hier nichts, dafuer gibt es kleine verschachtelte Haeuser und Sackgassen, Wein- oder Efeu-aehnliche Gewaechse, die die Gaenge ueberwuchern und die ganz alltaeglichen Gewohnheiten des Lebens, die man hier, so nah an den Haeusern, hautnah mitkriegt. Immer wieder wird das leise, ruhige Plaetschern des Wassers zu Wellen, wenn eines der Wassertaxis vorbeifaehrt - und das alles andere als langsam. Wie wir in Kuerze herausfinden, muessen wir das romantische Schippern in unserer (allgemeinen Bootsfahr-)Vorstellung durch fast Speedbootaehnliche Geschwindigkeiten und eine fuer Bangkok so typische kaltschnaeuzige und agnstfreie (euphemistisch) schwungvolle Fahrweise ersetzen. Wir springen auf das Boot, was kaum lang genug haelt um uns ein kurzes Zoegern einzuraeumen, und los geht die wilde Fahrt.
Eine ganz andere, wirklich interessante und schoene Seite Bangkoks.
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In den Tagen vor unserem Abflug nach Mumbai entdecken wir Bangkok noch einmal ganz neu. Waehrend wir millterweile schon unseren Lieblingsnudelsuppenstand gefunden haben und uns in den kleinen Strassen "unseres" ;) Viertels mit seinen schoenen Cafes, einfachen Garkuechen und so asiatischem Feel schon fast heimisch fuehlen (so laecherlich es klingt, aber nach Bangkok zurueckkommen war immer ein bisschen wie nach Hause kommen), eroeffnet sich uns jetzt erstmalig auch das andere Bangkok voellig: Riesige Malls, die an Luxus wie Groesse und Angebot alles, was ich in den USA je gesehen habe, bei weitem uebertreffen, reihen sich ein paar Kilometer weiter oestlich aneinander. Hier tummeln sich Bangkoks Reiche und Schoene, kaufen bei Gucci und Cartier, gehen in ein Kino so modern, das es alles entsprechende in der westlichen Welt in den Schatten stellt und schlendern unter den Highways und Zugschienen, die hoch in der Luft ein kompliziertes Netz neuartiger Transportmoeglichkeiten ergeben.
Das ist das futuristische Asien, von dem man wohl schonmal gehoert hat. Aber: Spielten wir das Spiel "Ich-zeige-dir-ein-Photo-und-du-reatst-wo-es-gemacht-wurde" wuerden die allermeisten wohl himmelweit daneben liegen.
Obwohl die Luft zugegebenermassen diesmal sehr atembar ist, goennen wir uns eine Pause von der Hitze und betreten (fast demuetig) nach Eeeeewigkeiten mal wieder eine Zarafiliale (zwischen Armani und Burberry gelegen), nur um uns erst einmal zehn Minuten lang mit einer voellig ungewohnten Shopping-Unsicherheit skeptisch umzusehen. Kaum zu glauben, aber wir brauchen wirklichj unsere Zeit, uns daran zu entsinnen, wie man waehlt, unsicher, was wir eigentlich schoen finden. Es hat wirklich etwas Fremdartiges. UNd auch nachdem wir unsere kleinen anfaenglichen Schwioerigkeiten ueberwunden und in der Umkleide zahllose Stuecke anprobieren (und nur anprobieren!), gucken wir uns Gegenseitig immer mal wieder ein wenig irritiert an - Sichj selbst und den anderen nach so vielen Monaten mal wieder in Jeans oder gar Roehre, vielleicht kombiniert mit einer schoenen Bluse, zu sehen, ist ein wirklich sonderbares Gefuehl. Etwas anschaulicher in etwa: "Ist das da der gleiche Mensch, den ich nur noch in Pluderhose, beliebigen unisex Tshirt und Zopf kenne, der da grade so modisch aussieht?"
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