Wir fliegen ueber NYC im Landeanflug und sehen die Skyline im Sonnenuntergang. Sie sieht genauso aus wie man sie schon so haeufig gesehen hat, das New York, die Stadt der Staedte. Das sie viel mehr ist als nur das was man zu kennen oder wissen glaubt, stellen wir schon bald fest.
Wir nehmen das Taxi nach Crown Heights, Brooklyn, dort werden wir bei einem New Yorker, Joel. wohnen. Auf der Fahrt ist auf den Buergersteigen kein einziger weisser Mensch zu sehen. Wir fuehlen uns schon jetzt etwas "out of place", es ist ungewohnt. Als wir aussteigen, hoeren wir Musik durch die Strassen hallen. Es ist die Nacht vor dem Labor Day, und in Crown Heights wird gefeiert. Am naechsten Tag ist die West-Indian American Day Parade, ein Fest der karibischen Bevoelkerung. Es ist einiges los, die Menschen stehen in Gruppen zusammen oder tanzen zu karibischen Klaengen. Einmal hoert man eine Cover version von Take That, mit Reggae beats unterlegt. Wir muessen etwas auf unseren host warten, setzen uns auf die Stufen vor dem Haus. Wir werden interessiert, etwas verwundert angeguckt, die Maedchen schauen argwoehnisch. Je spater es wird, desto mehr werden wir angesprochen, von Maennern. Sie sind interessiert und unaufdringlich. Trotzdem ist eine Nachbarin besorgt um uns. "Be very, very aware and caraful" warnt sie uns.
Als Joel kommt, spricht er von Vorbereitungen fuer das Fest, er hat etwas mit seinen Freunden vor und laedt uns ein, aber wir sind zu muede und wollen nur noch schlafen. Er zeigt uns sein Zimmer: Eine breite Matratze auf dem Boden und ein Fernseher. "I just moved here 3 days ago". Er wird die naechsten MOnate in Berlin verbringen und ist deshalb aus seiner alten Wohnung ausgezogen.
Er hat nicht vor, diese Nacht zu schlafen, also haben wir die Matratze fuer uns. Gott sei Dank!
Am morgen sind die Strassen voll mit Menschen. Wir sind noch immer die einzigen weissen weit und breit. Man reagiert unterschiedlich auf uns. Eine Frau wuenscht uns viel Spass.. Sie scheint es gut zu finden, dass wir uns fuer ihre Kultur interessieren. Ein Anderer sagt schelmisch "I like white girls, I'm not gonna lie." Es wird noch deutlicher, dass wir uns hier nur ueber unsere Hautfarbe identifizieren, genauso wie sie. Uns wird bewusster denn je, in was fuer einer Subkultur wir uns befinden.
Am Strassenrand und in den Backyards wird gegrillt, es raucht ordentlich, aber riecht gut. Es wird gespielt, getanzt. Alle stroemen Rcihtung Parade. Die Stimmung ist gut. Wir fuehlen uns ein bisschen wie in der Karibik. Die kleinen Laeden und Kioske am Strassenrand erinnern mich an Kuba, und der Strassenlaerm ist wie in suedlichen Laendern ueblich: Es wird gehupt, was das Zeug haelt. In jedem Supermarkt gibt es vorne grosse Obst Auslagen, immer auch Yams Wurzeln und fremdartige Gemuesesorten.
Die Parade ist leider etwas schwer zu sehen, zu viele Menschen, auch zu viele Blockaden. Trotzdem beeindrucken die Kostueme. Viel nackte Haut, viel Glitzer und viele Federn. Von JOel lernen wir, dass abernicht der brasilianische Karneval das non-plus-lutra ist, sondern der in Trinidad, wo er geboren ist. Fuenf Prozent der Trinidader sind Deutsche. "They come to Trnidad and fall in love".
Mit der Subway ein paar Stationen weiter ist Downtown Brooklyn. Wir steigen aus und staunen: Hier ist es ganz anders als ein paar Kilometer weiter oestlich. Wir schlendern durch eine Mall. Das ist das Amerika, was wir schon kennen.
Am naechsten Tag fahren wir nach Manhattan, in den Norden, nach Harlem. Dort gibt es ein Buero, wo man billige Zimmer mieten kann. Wir wollen Joel nicht weiter gaenzlich vom Scvhlafen abhalten. Als omieten wir ein Zimmer mit geteilter Kueche und Bad fuer 300$/zwei Wochen. Wir wohnen in einem schoenen Haus, der Flur der Wohnung ist schmal und eng, aber alles hat einen etwas bruechigen Charme. Auch die Gegend ist schoen. Grosse Steinhaeuser, mehr gruen, und wir sind umgeben von Hispanos, Schwarzen und Weissen, nicht mehr in der Minderheit.
Wir lassen uns treiben und machen, was uns gerade einfaellt. Wir sind froh, so viel Zeit zu haben.
Manhattan ist wahnsinnig, am Abend verbringen wir viel Zeit am Times Square: Er ist beeindruckend, dieser Ort des Konsums, das Abbild westlicher Gesellschaft.
Ich fuehle mich wirklich gut. Die Anspannung, die vor der Reise da war, ist abgefallen. Alles, was wir jetzt zu tun haben, ist zu geniessen, wir haben keine Verpflichtungen. So fuehlt sich Freiheit an, glaub ich :)
Oh Maren, wie ich mit euch fühlen kann! Morgens steht man einfach auf und läuft erstmal den Broadway hinunter ohne genau zu wissen wie der weitere Tag aussieht. Times Square..das absolute Gegenteil von Brooklyn. Frei, frei...und am schönsten war "Hey, in welche Stadt wollen wir eigentlich als nächstes? San Diego, klingt ganz gut, lass uns mal buchen". Niemand der fragt wo man hingeht, wann man zurück kommt, was als nächstes kommt..gepaart mit der Anonymität einer Großstadt (auch noch in einem anderen Land) eine unwiderstehliche Mischung. Ich glaube am liebsten mocht ich den Central Park, der witzigerweise das genaue Gegenteil des hektischen New Yorks/Manhatten, am liebsten.
AntwortenLöschen