Sonntag, 24. April 2011

Der Riese Mumbai

Wir landen in Mumbai - mitten in der Nacht. Der naechste Morgen ist erfuellt von unzaehligen neuen Eindruecken, den ersten in Indien: Der Verkehr, noch verrueckter als in Bangkok; Slums am Strassenrand; am bedeutendsten, die Leute - die Freuen in ihren wunderschoenen Saris und Salwar Kameez (HOse, lange Bluse und Schal), die unsere Augen immer wieder an sie binden; wir werden angestarrt, haeufig interessiert, mal skeptisch, mal luestern, mal schuechtern-verstohlen - wir sind froh um unsere Sonnenbrillen, die ein bisschen Schutz bieten.
UNd dann der Bahnhof. Mumbai hat ueber 20 Millionen Einwohner, die schiere Zahl normalerweise voellig unvorstellbar. Am Bahnhof wir das ein bisschen leichter, wenn man sich durch das geschaeftige, unaufhoerliche Gewusel schlaengelt, das jeden Meter einzunehmen scheint.
Als der innerstaedtische Zug einfaehrt, gibt er ein sehr eindrueckliches Bild ab: Weit aus den Tueren gelehnt gucken die Leute dem Bahnhof entgegen, halten sich nur an einer Stange fest. Wir kaempfen uns zum Ladies only Abteil durch - eine Erfindung, um die wir sehr dankbar sind. Und nicht zuletzt ist das Frauenabteil einer der buntesten Orte, den es wohl gibt und ein perfekter PLatz, um auch unsererseits ein paar mehr oder weniger verstohlene Blicke in den Alltag der Inderinnen zu bekommen.
Beeindruckend ist auch die Zahl der unterschiedlichen Religionen, die hier praesent sind: Von Hindus zu Sikhs, Jains, Buddhisten und Muslimen bis hin zu Christen ist alles vertreten.
Mumbai an sich ist eine erstaunliche und verwirrende Mischung aus Indien und britischen Einfluessen. Die vielen auesserst imposanten gothischen Gebaeude - von der Universitaet bis hin zum Gerichtshof - wuerde man als Laie (der ich nunmal bin) in der Tat direkt nach London setzen, und es wirkte voellig normal. Dazwischen die winzigen Staende mit verfuehrerisch durftendem indischen Snacks, Basars, ein Park, in dem selbstverstaendlich Kricket gespielt wird und die ein oder andere Kirche. Ausserdem ein kleiner Strand, fast mitten in der Stadt, der den Blick auf eine in Smog gehuellte Skyline freigibt.
Am naechsten Tag verschicken wir mal wieder ein Paeckchen, aber anstatt es in einen Pappkarton zu stecken, wird es fest in Leinen eingenaeht - auch eine Methode.
Dann steht unsere erste indische Zugfahrt an. Wir buchen Sleeper Class, die billigste, und sind gespannt und auch ein bisschen nervoes. Es gibt acht Betten pro jedem offenen Abteil, links entlang der Zugwand zwei uebereinander, rechts quer in den Raum ragend zwei Reihen zu je drei Betten uebereinander. Gegen alle Erwartungen verbringen wir eine durchaus entspannte und erholsame Nacht auf unseren Pritschen, es laesst sich wirklich gut schlafen, wir werden weder ausgeraubt, noch bedroht, noch vergewaltigt. UNd das gleiche gilt fuer jede andere Busfahrt, die wir/ich seitdem gemacht haben. Es ist eine erstaunlich angenehme Art, die langen Strecken zurueckzulegen, ohne ganze Tage zu verlieren.

1 Kommentar:

  1. MAREN! DAS PACKET KAM HEUTE AN: ICH HABE DEN POSTBOTEN BEINAH UMARMT VOR ERLEICHTERUNG. Mein ausgemachtes Pech hat aber auch bedingt, dass alle Opiumpfeifen es überlebt haben, außer meiner (wenn ich mich an die Verteilung richtig erinnere heißt das). Aber es ist da. Endlich. Fühl dich gedrückt!

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