1
In Bangkok angekommen, sind wir beeindruckt vom Chaos, der Fuelle an Leben, der schlechten Luft und den schoenen Tempeln. Spannend, aber auch anstrengend, das ist Bangkok fuer uns in diesen ersten paar Tagen.
2
Nach einer ausgiebeig fualenzerischen Zeit auf den Inseln Thailands finden wir uns auf einem Zwischenstopp vor Kambodscha wieder in Bangkok ein. Diesmal benutzen wir nicht den Bus, sondern entgehen den verstopften Strassen, indem wir uns vom Wassertaxi auf den Kanaelen der Stadt von einem ans andere Ende bringen lassen. Nicht umsonst, stellen wir fest, wird Bangkok mitunter "Venedig des Ostens" genannt, denn es ist vernetzt von einer Vielzahl grosser und kleiner Kanaele, die die Stadt noch immer auf eine ganz andere Art und Weise zugaenglich machen. Ein unbeabsichtigter langer Spaziergang auf schmalen Wegen entlang des Kanals wird zu einem meiner Lieblings-Bangkok Erlebnisse. Auf der Suche nach einer Wassertaxi Haltestelle schlendern wir dicht an den Haeusern entlang, die direkt am Kanal gebaut sind. Hier hat das Leben einen etwas anderen Rhythmus, oder zumindest eine andere Lautstaerke; von dem Strasenlaerm, der sonst alles dominiert, hoert man hier nichts, dafuer gibt es kleine verschachtelte Haeuser und Sackgassen, Wein- oder Efeu-aehnliche Gewaechse, die die Gaenge ueberwuchern und die ganz alltaeglichen Gewohnheiten des Lebens, die man hier, so nah an den Haeusern, hautnah mitkriegt. Immer wieder wird das leise, ruhige Plaetschern des Wassers zu Wellen, wenn eines der Wassertaxis vorbeifaehrt - und das alles andere als langsam. Wie wir in Kuerze herausfinden, muessen wir das romantische Schippern in unserer (allgemeinen Bootsfahr-)Vorstellung durch fast Speedbootaehnliche Geschwindigkeiten und eine fuer Bangkok so typische kaltschnaeuzige und agnstfreie (euphemistisch) schwungvolle Fahrweise ersetzen. Wir springen auf das Boot, was kaum lang genug haelt um uns ein kurzes Zoegern einzuraeumen, und los geht die wilde Fahrt.
Eine ganz andere, wirklich interessante und schoene Seite Bangkoks.
3
In den Tagen vor unserem Abflug nach Mumbai entdecken wir Bangkok noch einmal ganz neu. Waehrend wir millterweile schon unseren Lieblingsnudelsuppenstand gefunden haben und uns in den kleinen Strassen "unseres" ;) Viertels mit seinen schoenen Cafes, einfachen Garkuechen und so asiatischem Feel schon fast heimisch fuehlen (so laecherlich es klingt, aber nach Bangkok zurueckkommen war immer ein bisschen wie nach Hause kommen), eroeffnet sich uns jetzt erstmalig auch das andere Bangkok voellig: Riesige Malls, die an Luxus wie Groesse und Angebot alles, was ich in den USA je gesehen habe, bei weitem uebertreffen, reihen sich ein paar Kilometer weiter oestlich aneinander. Hier tummeln sich Bangkoks Reiche und Schoene, kaufen bei Gucci und Cartier, gehen in ein Kino so modern, das es alles entsprechende in der westlichen Welt in den Schatten stellt und schlendern unter den Highways und Zugschienen, die hoch in der Luft ein kompliziertes Netz neuartiger Transportmoeglichkeiten ergeben.
Das ist das futuristische Asien, von dem man wohl schonmal gehoert hat. Aber: Spielten wir das Spiel "Ich-zeige-dir-ein-Photo-und-du-reatst-wo-es-gemacht-wurde" wuerden die allermeisten wohl himmelweit daneben liegen.
Obwohl die Luft zugegebenermassen diesmal sehr atembar ist, goennen wir uns eine Pause von der Hitze und betreten (fast demuetig) nach Eeeeewigkeiten mal wieder eine Zarafiliale (zwischen Armani und Burberry gelegen), nur um uns erst einmal zehn Minuten lang mit einer voellig ungewohnten Shopping-Unsicherheit skeptisch umzusehen. Kaum zu glauben, aber wir brauchen wirklichj unsere Zeit, uns daran zu entsinnen, wie man waehlt, unsicher, was wir eigentlich schoen finden. Es hat wirklich etwas Fremdartiges. UNd auch nachdem wir unsere kleinen anfaenglichen Schwioerigkeiten ueberwunden und in der Umkleide zahllose Stuecke anprobieren (und nur anprobieren!), gucken wir uns Gegenseitig immer mal wieder ein wenig irritiert an - Sichj selbst und den anderen nach so vielen Monaten mal wieder in Jeans oder gar Roehre, vielleicht kombiniert mit einer schoenen Bluse, zu sehen, ist ein wirklich sonderbares Gefuehl. Etwas anschaulicher in etwa: "Ist das da der gleiche Mensch, den ich nur noch in Pluderhose, beliebigen unisex Tshirt und Zopf kenne, der da grade so modisch aussieht?"
Dienstag, 5. April 2011
Zurueck in Thailand
Mal wieder ueberqueren wir eine Grenze, die nach Thailand diesmal. Sofort wird uns - zum ersten Mal - bewusst, wie gross der Unterschied zwischen den Nachbarlaendern wirklich ist. Nach den winzigen und seltsam laendlichen Staedten Laos' ist schon die kleine Grenzstadt auf der anderen Seite des 20 Meter breiten Flusses eine andere Welt, mit mehr touristischer Infrastruktur, mehr Industrie, mehr Angebot - schlicht mehr Geld. Jetzt erst wird deutlich, wi esehr sich das Land durch den Tourismus wohl schon veraendert hat.
Ein paar Kilometer weiter in Chiang Rai besuchen wir das halbfertige und ausgesprichen ambitionierte Werk eines wohl groessenwahnsinnigen Kuenstlers, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, einen Tempel im Format des Taj Mahals oder Angkor Wats zu bauen. Das Ergebnis ist ein wahrhaftig erstaunliches, schockierend kitschiges weisses Meisterwerk, das mit seinen Millionen und Abermilliionen kleinen Mosaikspiegeln und Verzierungen in der Sonne nur so glitzert, dass man sich unmittelbar in die maerchenhaften Gefilde eines Disneyfilmes hineinversetzt fuehlt.
Das Innere ist sogar noch bemerkenswerter: Der Erbauer ist nicht nur aesthetisch und architektonisch taetig, sondern hinterlaesst auch eindeutige politische Nachrichten auf der inneren Wand des Tempels. Ein Daemon mit dem Abbild BUshs im einen und dem Bin Ladens im anderen Auge speit Waffen aus seinem Maul, indem die Twin Towers in Fl;ammen stehen, Spiederman heruaskrabbelt, ein Avatar durch die Luefte fliegt und so manch andere Figur aus den Medien. Immer wieder wird etwas hinzugefuegt - brand aktuell. Ein Tempel etwas anderer Art, und der Buddha auf der gegenuebrliegenden Seite strahlt in diesem Kontrast erst Recht die gewuenschte Ruhe aus.
Ein Stueck weiter suedlich in Chiang Mai koennen wir den Reizen des riesigen Nachtmarktes unmoeglich (unmoeglich, wirklich!) wiederstehen und fuegen unseren Rucksaecken das ein oder andere Kilo hinzu, waehrend die Geldbeutel an Gewicht verlieren...
Nach ein paar Tagen ohne viel zu tun oder zu sehen und zudem ein bisschen Suedostasien ubersaettigt, machen wir uns schon fruehzeitig wiedr auf den Weg nach Bangkok.
Ein paar Kilometer weiter in Chiang Rai besuchen wir das halbfertige und ausgesprichen ambitionierte Werk eines wohl groessenwahnsinnigen Kuenstlers, der es sich zur Lebensaufgabe gemacht hat, einen Tempel im Format des Taj Mahals oder Angkor Wats zu bauen. Das Ergebnis ist ein wahrhaftig erstaunliches, schockierend kitschiges weisses Meisterwerk, das mit seinen Millionen und Abermilliionen kleinen Mosaikspiegeln und Verzierungen in der Sonne nur so glitzert, dass man sich unmittelbar in die maerchenhaften Gefilde eines Disneyfilmes hineinversetzt fuehlt.
Das Innere ist sogar noch bemerkenswerter: Der Erbauer ist nicht nur aesthetisch und architektonisch taetig, sondern hinterlaesst auch eindeutige politische Nachrichten auf der inneren Wand des Tempels. Ein Daemon mit dem Abbild BUshs im einen und dem Bin Ladens im anderen Auge speit Waffen aus seinem Maul, indem die Twin Towers in Fl;ammen stehen, Spiederman heruaskrabbelt, ein Avatar durch die Luefte fliegt und so manch andere Figur aus den Medien. Immer wieder wird etwas hinzugefuegt - brand aktuell. Ein Tempel etwas anderer Art, und der Buddha auf der gegenuebrliegenden Seite strahlt in diesem Kontrast erst Recht die gewuenschte Ruhe aus.
Ein Stueck weiter suedlich in Chiang Mai koennen wir den Reizen des riesigen Nachtmarktes unmoeglich (unmoeglich, wirklich!) wiederstehen und fuegen unseren Rucksaecken das ein oder andere Kilo hinzu, waehrend die Geldbeutel an Gewicht verlieren...
Nach ein paar Tagen ohne viel zu tun oder zu sehen und zudem ein bisschen Suedostasien ubersaettigt, machen wir uns schon fruehzeitig wiedr auf den Weg nach Bangkok.
Dienstag, 22. März 2011
Laos
Nur fuenf Minuten, und schon sind wir ueber der Grenze: in Laos. Wie in Kambodscha gibt es auch hier meine geliebten Stelzenhaeuser, die Landschaft ist flach und trocken.
UNser erstes Ziel sind die sogenannten Four Thousand Islands, eine Gruppe von kleinen, gruenen Inseln im langsam dahinfliessenden tuerkisblauen Mekong - schoen. In Bungalows, die sich wortwoertlich uber das Wasser beugen verbringen wir ein paar seeeehhhr entspannte Tage. Mit dem Fahrrad kann man die Insel in einer Stunde umrunden, danach bleibt viel Zeit fuer Lesen oder aber "Tubing": man raekelt sich im Bikini in einem grossen Schwimmring und laesst sich faulenzerisch zwischen den kleinen Inseln hin- und hertreiben.
Danach geht es weiter, fuer Francesca nach Vientiane (Hauptstadt). Ich dagegen mache noch einen kleinen Zwischenstopp auf dem Weg. Um halb fuenf Uhr morgens wanke ich schlaftrunken aus dem Nachtbus. Bis es hell wird, warte ich in der LKobby eines Hotels, und nehme um 6:00am den Bus zu meinem Ziel. Natuerlich ist Bus zuviel gesagt. Eigentlich heisst das gaze Sawng Thaew und besteht aus einem konvertierten Pickup aehnlichen Fahrzeug, das auf der ueberdahten, aber ringsum offenen Ladeflaeche zwei Baenke hat, die sich, je nach Uhrzeit und Ort, bis zu 20 Erwachsene (zuzueglich etlicher Kinder) mit dutzenden von Reissaecken und Koerben frischen Gemueses teilen. Die Stadt ist klein und nicht touristisch; ich bin also die Einzige nicht-asiatische Person an Bord und werde dementsprechend mal mit Interesse, mal mit Misstrauen beaeugt. Ein junger Mann, der neben mir sitzt, versucht sein englisch an mir, aber es kommt kaum eine vernuenftige Kommunikation zustande - zumindest nicth verbal. Wenn beide Seiten mal wieder keine Ahnung haben, von was sein Gegenueber denn wohl sprechen mag, muessen wir beide lachen, und auch unsere aelteren Mitreisenden, die das Ganze amuesiert mit anhoeren, koennen sich ein Lachen oder zumindest ein Grinsen nicht verkneifen und strahlen uns an.
Nicht mehr an Kaelte oder auch nur den Gedanken daran gewoehnt, habe ich natuerlich nichts als meinen Sarong dabei, und die fruehmorgendliche Luft ist kalt. Mitleideige Blicke erreichen mich als ich mich so gut wie moeglich einzumummeln versuche. Eine alte Frau sitzt mir gegenueber und sagt immer mal wieder "Nao" oder "Nao lai". Erst viel spaeter verstehe ich, dass das wohl kalt bzw. sehr kalt heissen sollte.
Auf der dreistuendigen Fahrt halten wir immer wieder an, um Leute auszusetzen - natuerlich direkt vor ihrer Haustuer - oder neue mitzunehmen. Dann wird von den Verkaeufern am Strassenrand, die sofort herbeigeeilt kommen, Essen gekauft. Mal Sticky Rice, mal Fleischspiesse. Sehr beliebt sind auch gekochte Eier. Nichts Ungewoehnliches, denkt sich jetzt der Westler. Was dieser aber bis jetzt noch nicht weiss: Diese Eier sind schon angebruetet. An einem Ende fehlt ein rundes Stueckchen Schale, durch das das Ei befruchtet worden ist. Das Eiweiss ist gelblich-braun, mit seltsamen Schlieren durchzogen, und das Eidotter verformt und ebenso verfaerbt, mit merkwuerdigen Strukturen darin (das zukuenftige Kueken!!). Ich wende meinen Blick lieber der Landschaft zu, denn obwohl ich nicht sensibel bin, kommt mir bei dieser Speise nicht selten ein gewisser Wuergreiz.
Trotzdem habe ich Hunger, es ist mittlerweile halb neun und ich hab noch nichts gefruehstueckt. Die alte Frau mir gegenueber scheint das zu merken. Beim naechsten Stop kauft sie grosse Maiskolben; einen davon schenkt sie mir, und so sitzen wir da und essen einvernehmlich unsere Maiskolben - eine sehr einpraegsame Erfahrung, die ganze Fahrt.
Und dabei habe ich noch gar nicht von der Landschaft erzaehlt. Jetzt, ein ganzes Stueck weiter noerdlich, hat sich die Landschaft von flach in bergig verwandelt. Wir schlengeln uns um die engen Kurven, die auf tiefe Taeler zwischen den dramatisch aufragenden Kalkfelsen mit ihren scharfen Spitzen und Falten sehen. Dazwsichen immer wieder dichter, fast tropsicher Urwald (ich fuehle mich an Costa Rica erinnert).
Endlich angekommen, mache ich mich nach ein bisschen Verschnaufspause zusammen mit ein par anderen Reisenden auf den Weg zu meinem eigentlichen Ziel: Eine 7,5km lange Hoehle, bsi zu 100m hoch, durch die ein kleiner Fluss fuehrt.
Den Eingang bildet ein gruenblauer See; mit Taschenlampen ausgruestet, begeben wir uns in das winzige, flache Boot und fahren rein in die Hoehle. Schon nach ein paar Metern ist von der Oeffnung nichts mehr zu sehen, und das einzige Licht kommt von unseren Taschenlampen, die die hohen, saalaehnlichen Raeume der Hoehle beleuchten. Ein bisschen wie Moria in der Herr der Ringe. (Immer diese Herr der Ringe Analogien... Ist es verwerflich, dass ich die Welt staendig mit ein bisschen guter Fiktion vergleiche?) Wie auch immer, es ist erstaunlich, unheimlich, schoen und beklemmend zugleich. Manchmal wirkt es aufgrund der Speiegelung der Felswaende im Spiegelglatten Wasser so, als schwebten wir durch eine symmetrische Welt, in der es genauso in die Tiefe wie in die Hoehe geht.
Der Ausgang der Hoehle fuehrt in einen kleinen Fluss umgeben von Urwald und Gestruepp. Am Rand geniessen die Bullen das kalte Nass aus der Hoehle, manchmal sieht man kaum mehr als ihre Koepfe, die aus dem Wasser lugen.
Am naechsten Tag mache ich mich auf nach Vientiane, mit 300 000(!!) Einwohnern die groesste Stadt in Laos. Es ist nett hier, viele Alleen, ein im Gegensatz zu kambodschanischen Verhaeltnisen ausgesproechen geordnetes Verkehrssystem und suessen kleinen franzoesischen Cafes. Genau wie der Lonely PLanet sagt: Eindeutig die entspannteste Hauptstadt Suedostasiens. Das Tempo der Laoten ist auch hier noch zweimal langsamer als ueberall sonst. Auf sein Essen kann man schon mal laenger warten, und man wird das Gefuehl nicht los, dass es sie nicht mal kuemmern wuerde, wenn man ginge ohne zu zahlen - wirklich erstaunlich.
Allerdings gibt es so gut wie nichts zu tun. Nachmittags versuchen wir uns in der Kunst der Meditation. Zwei Stunden sitzen bwz. gehen wir umher und versuchen, Geist und Koerper ruhig und konzentriert werden zu lassen. Es sit nicht einfach, und vor allem anfangs kreisen die Gedanken wie wild umher. Aber es fuehlt sich gyut an, sich ganz darauf einzulassen, einfach das Atmen zu verfolgen und an nichts mehr zu denken. (Bis zum Nirvana bedarf es aber dann doch noch ein wenig der Uebung ;)
Wieder mal sind wir unterwegs, wiedermal im Bus. Diesmal gehts nach Vang Vieng, einer kleinen Stadt nioch weiter noerdlich. UNd die Landschaft ist wieder einmal wunderschoen. Die Berge, mal gruen, mal braun und ausgedoerrt von Hitze und Trockenheit, werden unterbrochen von gruenen Taelern mit Reisfeldern, Fluessen und Doerfern. (Meine Beschreibungen scheinen uebrigens vellig unangemessen..). Vang Vieng liegt eingerahmt von vernebelten Bergen und ist perfekt zum Nichtstun und Spazieren.
Die Strecke nach Luang Prabang ist noch einmal mehr Grund des Staunens. Die Berge zwischen den Wolken stehlen mir tatsaehclich immer wieder den Atem, wenn wir um eine Kurve fahren und sich uns ein neues Tal und ein neues atemberaubendes Panorama eroeffnen. Vielleicht wird deutlich, wie schoen diese Landschaft ist, wenn ich euch sage, dass ich die gesamten neun Stunden Busfahrt ununterbrochen damit beschaeftigt war, mit dem Gesicht ans Fenster gedrueckt die vorbeigleitende Landschaft zu bestaunen. NOrdlaos ist zweifelsohne einer der landschaftliche schoensten Orte, den ich je gesehen habe.
Es trifft sich gut, dass auch das Ziel dieser Busfahrt vor Reizen nur so sprueht. Wenn schon die anderen Staedte einen franzoesischen Flair hatten, so wird mir jetzt klar, dass es sich wirklich nur um einen Hauch handelte. Luang Prabang schreit geradezu nach einer alten franzoesischen Kleinstadt vor ein paar Jahrzehnten, gepaart mit den Reizen des Mekongs, ungewoehnlich schoenen Tempeln und der unbeschreiblichen Vegetation Laos. Es tut mir Leid, aber ich komme wohl nicht umhin, diesen Blogeintrag um noch einen Superlativ zu erweitern, aber Luang Prabang ist beiweitem die schoenste Stadt in Suedostasien, die ich bisher gesehen habe. (Ich bin fast geneigt, zu behaupten, man koenne den letzten Relativsatz auch streichen, aber ich will ja nicht voreilig sein.)
In Muang Sing, wo ich ein paar Tage verbringe, um dem Wald und meiner so (offensichtlich) geliebten Landschaft uebr einen Trek ein wenig naeher zu kommen, mache ich mit einem zufellig kennengelernten Griechen einen kleinen Fahrradausflug zur nur 10km entfernten chinesischen Grenze, halte mir ihm ein kleines Schwaetzchen im Niemandsland neben dem Pfoertnerhaeuschen und fahre auf dem Rueckweg durch einige Doerfer der Bergvoelker, die hier sehr weit verbreitet sind. Vereinzelt geschmueckt durch traditionellen Schmuck und KLeidung, leben diese Leute noch ein weitestgehend unverwestlichtes Leben. Wenn man durch diese Doerfer spaziert, hat man das Gefuehl, die Zeit waere kurz stehengeblieben. Am Wegesrand kaufen wir von ein paar Maedchen eine frisch geerntete Wassermelone, die wir kurzerhand aufschneiden und sofort essen, waehrend wir lachend mit den Maedchen verhandeln, die gewitzt versuchen, uns noch weiter zu verkaufen. Sie wollen sie loswerden, um sie nicht mehr bis ins Dorf tragen zu muessen - verstaendlich, denn diese Koerbe sind wahnsinnig schwer und der Weg bergig. Auf dem Rueckweg begegnen uns Stroeme von Dorfbewohnern, die von der Arbeit uaf den Feldern wiederkommen, sie wirken muede und erschoepft, aber unterhalten sich angeregt.
Wie gesagt, es ist ein Leben, wie ich es mir kaum vorstellen kann...
Enttaeuschenderweise wird der Trek wegen zu viel Schlamm auf den Wegen abgesagt. Also geselle ich mich wieder zu FRancesca und wir machen uns auf zuerueck nach Thailand.
UNser erstes Ziel sind die sogenannten Four Thousand Islands, eine Gruppe von kleinen, gruenen Inseln im langsam dahinfliessenden tuerkisblauen Mekong - schoen. In Bungalows, die sich wortwoertlich uber das Wasser beugen verbringen wir ein paar seeeehhhr entspannte Tage. Mit dem Fahrrad kann man die Insel in einer Stunde umrunden, danach bleibt viel Zeit fuer Lesen oder aber "Tubing": man raekelt sich im Bikini in einem grossen Schwimmring und laesst sich faulenzerisch zwischen den kleinen Inseln hin- und hertreiben.
Danach geht es weiter, fuer Francesca nach Vientiane (Hauptstadt). Ich dagegen mache noch einen kleinen Zwischenstopp auf dem Weg. Um halb fuenf Uhr morgens wanke ich schlaftrunken aus dem Nachtbus. Bis es hell wird, warte ich in der LKobby eines Hotels, und nehme um 6:00am den Bus zu meinem Ziel. Natuerlich ist Bus zuviel gesagt. Eigentlich heisst das gaze Sawng Thaew und besteht aus einem konvertierten Pickup aehnlichen Fahrzeug, das auf der ueberdahten, aber ringsum offenen Ladeflaeche zwei Baenke hat, die sich, je nach Uhrzeit und Ort, bis zu 20 Erwachsene (zuzueglich etlicher Kinder) mit dutzenden von Reissaecken und Koerben frischen Gemueses teilen. Die Stadt ist klein und nicht touristisch; ich bin also die Einzige nicht-asiatische Person an Bord und werde dementsprechend mal mit Interesse, mal mit Misstrauen beaeugt. Ein junger Mann, der neben mir sitzt, versucht sein englisch an mir, aber es kommt kaum eine vernuenftige Kommunikation zustande - zumindest nicth verbal. Wenn beide Seiten mal wieder keine Ahnung haben, von was sein Gegenueber denn wohl sprechen mag, muessen wir beide lachen, und auch unsere aelteren Mitreisenden, die das Ganze amuesiert mit anhoeren, koennen sich ein Lachen oder zumindest ein Grinsen nicht verkneifen und strahlen uns an.
Nicht mehr an Kaelte oder auch nur den Gedanken daran gewoehnt, habe ich natuerlich nichts als meinen Sarong dabei, und die fruehmorgendliche Luft ist kalt. Mitleideige Blicke erreichen mich als ich mich so gut wie moeglich einzumummeln versuche. Eine alte Frau sitzt mir gegenueber und sagt immer mal wieder "Nao" oder "Nao lai". Erst viel spaeter verstehe ich, dass das wohl kalt bzw. sehr kalt heissen sollte.
Auf der dreistuendigen Fahrt halten wir immer wieder an, um Leute auszusetzen - natuerlich direkt vor ihrer Haustuer - oder neue mitzunehmen. Dann wird von den Verkaeufern am Strassenrand, die sofort herbeigeeilt kommen, Essen gekauft. Mal Sticky Rice, mal Fleischspiesse. Sehr beliebt sind auch gekochte Eier. Nichts Ungewoehnliches, denkt sich jetzt der Westler. Was dieser aber bis jetzt noch nicht weiss: Diese Eier sind schon angebruetet. An einem Ende fehlt ein rundes Stueckchen Schale, durch das das Ei befruchtet worden ist. Das Eiweiss ist gelblich-braun, mit seltsamen Schlieren durchzogen, und das Eidotter verformt und ebenso verfaerbt, mit merkwuerdigen Strukturen darin (das zukuenftige Kueken!!). Ich wende meinen Blick lieber der Landschaft zu, denn obwohl ich nicht sensibel bin, kommt mir bei dieser Speise nicht selten ein gewisser Wuergreiz.
Trotzdem habe ich Hunger, es ist mittlerweile halb neun und ich hab noch nichts gefruehstueckt. Die alte Frau mir gegenueber scheint das zu merken. Beim naechsten Stop kauft sie grosse Maiskolben; einen davon schenkt sie mir, und so sitzen wir da und essen einvernehmlich unsere Maiskolben - eine sehr einpraegsame Erfahrung, die ganze Fahrt.
Und dabei habe ich noch gar nicht von der Landschaft erzaehlt. Jetzt, ein ganzes Stueck weiter noerdlich, hat sich die Landschaft von flach in bergig verwandelt. Wir schlengeln uns um die engen Kurven, die auf tiefe Taeler zwischen den dramatisch aufragenden Kalkfelsen mit ihren scharfen Spitzen und Falten sehen. Dazwsichen immer wieder dichter, fast tropsicher Urwald (ich fuehle mich an Costa Rica erinnert).
Endlich angekommen, mache ich mich nach ein bisschen Verschnaufspause zusammen mit ein par anderen Reisenden auf den Weg zu meinem eigentlichen Ziel: Eine 7,5km lange Hoehle, bsi zu 100m hoch, durch die ein kleiner Fluss fuehrt.
Den Eingang bildet ein gruenblauer See; mit Taschenlampen ausgruestet, begeben wir uns in das winzige, flache Boot und fahren rein in die Hoehle. Schon nach ein paar Metern ist von der Oeffnung nichts mehr zu sehen, und das einzige Licht kommt von unseren Taschenlampen, die die hohen, saalaehnlichen Raeume der Hoehle beleuchten. Ein bisschen wie Moria in der Herr der Ringe. (Immer diese Herr der Ringe Analogien... Ist es verwerflich, dass ich die Welt staendig mit ein bisschen guter Fiktion vergleiche?) Wie auch immer, es ist erstaunlich, unheimlich, schoen und beklemmend zugleich. Manchmal wirkt es aufgrund der Speiegelung der Felswaende im Spiegelglatten Wasser so, als schwebten wir durch eine symmetrische Welt, in der es genauso in die Tiefe wie in die Hoehe geht.
Der Ausgang der Hoehle fuehrt in einen kleinen Fluss umgeben von Urwald und Gestruepp. Am Rand geniessen die Bullen das kalte Nass aus der Hoehle, manchmal sieht man kaum mehr als ihre Koepfe, die aus dem Wasser lugen.
Am naechsten Tag mache ich mich auf nach Vientiane, mit 300 000(!!) Einwohnern die groesste Stadt in Laos. Es ist nett hier, viele Alleen, ein im Gegensatz zu kambodschanischen Verhaeltnisen ausgesproechen geordnetes Verkehrssystem und suessen kleinen franzoesischen Cafes. Genau wie der Lonely PLanet sagt: Eindeutig die entspannteste Hauptstadt Suedostasiens. Das Tempo der Laoten ist auch hier noch zweimal langsamer als ueberall sonst. Auf sein Essen kann man schon mal laenger warten, und man wird das Gefuehl nicht los, dass es sie nicht mal kuemmern wuerde, wenn man ginge ohne zu zahlen - wirklich erstaunlich.
Allerdings gibt es so gut wie nichts zu tun. Nachmittags versuchen wir uns in der Kunst der Meditation. Zwei Stunden sitzen bwz. gehen wir umher und versuchen, Geist und Koerper ruhig und konzentriert werden zu lassen. Es sit nicht einfach, und vor allem anfangs kreisen die Gedanken wie wild umher. Aber es fuehlt sich gyut an, sich ganz darauf einzulassen, einfach das Atmen zu verfolgen und an nichts mehr zu denken. (Bis zum Nirvana bedarf es aber dann doch noch ein wenig der Uebung ;)
Wieder mal sind wir unterwegs, wiedermal im Bus. Diesmal gehts nach Vang Vieng, einer kleinen Stadt nioch weiter noerdlich. UNd die Landschaft ist wieder einmal wunderschoen. Die Berge, mal gruen, mal braun und ausgedoerrt von Hitze und Trockenheit, werden unterbrochen von gruenen Taelern mit Reisfeldern, Fluessen und Doerfern. (Meine Beschreibungen scheinen uebrigens vellig unangemessen..). Vang Vieng liegt eingerahmt von vernebelten Bergen und ist perfekt zum Nichtstun und Spazieren.
Die Strecke nach Luang Prabang ist noch einmal mehr Grund des Staunens. Die Berge zwischen den Wolken stehlen mir tatsaehclich immer wieder den Atem, wenn wir um eine Kurve fahren und sich uns ein neues Tal und ein neues atemberaubendes Panorama eroeffnen. Vielleicht wird deutlich, wie schoen diese Landschaft ist, wenn ich euch sage, dass ich die gesamten neun Stunden Busfahrt ununterbrochen damit beschaeftigt war, mit dem Gesicht ans Fenster gedrueckt die vorbeigleitende Landschaft zu bestaunen. NOrdlaos ist zweifelsohne einer der landschaftliche schoensten Orte, den ich je gesehen habe.
Es trifft sich gut, dass auch das Ziel dieser Busfahrt vor Reizen nur so sprueht. Wenn schon die anderen Staedte einen franzoesischen Flair hatten, so wird mir jetzt klar, dass es sich wirklich nur um einen Hauch handelte. Luang Prabang schreit geradezu nach einer alten franzoesischen Kleinstadt vor ein paar Jahrzehnten, gepaart mit den Reizen des Mekongs, ungewoehnlich schoenen Tempeln und der unbeschreiblichen Vegetation Laos. Es tut mir Leid, aber ich komme wohl nicht umhin, diesen Blogeintrag um noch einen Superlativ zu erweitern, aber Luang Prabang ist beiweitem die schoenste Stadt in Suedostasien, die ich bisher gesehen habe. (Ich bin fast geneigt, zu behaupten, man koenne den letzten Relativsatz auch streichen, aber ich will ja nicht voreilig sein.)
In Muang Sing, wo ich ein paar Tage verbringe, um dem Wald und meiner so (offensichtlich) geliebten Landschaft uebr einen Trek ein wenig naeher zu kommen, mache ich mit einem zufellig kennengelernten Griechen einen kleinen Fahrradausflug zur nur 10km entfernten chinesischen Grenze, halte mir ihm ein kleines Schwaetzchen im Niemandsland neben dem Pfoertnerhaeuschen und fahre auf dem Rueckweg durch einige Doerfer der Bergvoelker, die hier sehr weit verbreitet sind. Vereinzelt geschmueckt durch traditionellen Schmuck und KLeidung, leben diese Leute noch ein weitestgehend unverwestlichtes Leben. Wenn man durch diese Doerfer spaziert, hat man das Gefuehl, die Zeit waere kurz stehengeblieben. Am Wegesrand kaufen wir von ein paar Maedchen eine frisch geerntete Wassermelone, die wir kurzerhand aufschneiden und sofort essen, waehrend wir lachend mit den Maedchen verhandeln, die gewitzt versuchen, uns noch weiter zu verkaufen. Sie wollen sie loswerden, um sie nicht mehr bis ins Dorf tragen zu muessen - verstaendlich, denn diese Koerbe sind wahnsinnig schwer und der Weg bergig. Auf dem Rueckweg begegnen uns Stroeme von Dorfbewohnern, die von der Arbeit uaf den Feldern wiederkommen, sie wirken muede und erschoepft, aber unterhalten sich angeregt.
Wie gesagt, es ist ein Leben, wie ich es mir kaum vorstellen kann...
Enttaeuschenderweise wird der Trek wegen zu viel Schlamm auf den Wegen abgesagt. Also geselle ich mich wieder zu FRancesca und wir machen uns auf zuerueck nach Thailand.
Samstag, 12. März 2011
Weltwunder , Wasserwelten und Waisen
Siem Reap ist eine erstaunlich gute Mischung aus alten franzoesischen Kolonialbauten und dem so typischen charmanten Asia-Chaos: Zwischen den langsam zerfallenden Villen, entlang der meist von grossen Baeumen gesaeumten Alleen, verkehren hunderte von Fahrraedern, Motorrollern, gelegentlich ein Auto, augenscheinlich voellig unter MIssachtung jeglicher Verkehrsregeln, es gibt Staende mit Essen und der Markt wimmelt nur so von Leben: Frauen sitzen auf dem Gang auf dem Boden und verkaufen den Fisch, den sie gerade ausgenommen haben und unterhalten sich angeregt.
Als wir kurz Pause machen in dem schoenen Royal Park, auf dessen Wiesen man leider nicht liegen darf, treffen wir zufaellig auf Weha. Der Kambodschaner, selbst Waise, leitet ein Waisenhaus in einem kleinen Dorf etwa eine Stunde von Siem Reap. Er zeigt uns Photos und erzaehlt, dass man sich das Projekt gern auch mal angucken kann, weill immer Voluntarier gesucht werden, die ein bisschen Englisch unterrichten. Spontan entschieden wir, am uebernaechsten Tag fuer ein paar Tage dorthin zu fahren, unter anderem, um das kambodschanische Leben auf dem Land ein bisschen kennenzulernen.
Aber am naechsten Tag ist es erstmal Zeit fuer ein bisschen Kultur, auf dem Plan steht Angkor Wat (mal das achte, mal das siebte Weltwunder genannt, wer weiss...). Wir mieten uns Fahrraeder, oder vielmehr Drahtesel, und radeln (ja, radeln ist genau das richtige Wort) dem Sonnenaufgang entgegen - man tut so einiges um den Touristenmassen zu entgehen, diese schlimmen Touristen immer aehhmm ;) - und erreichen bald die alten Tempel. Wir sind beeindruckt; von der schieren Groesse, die man zuerst gar nicht wahrnimmt, weil alles so konstruiert ist, dass es von weitem fast zweidimensional wirkt; von den Bildern, die in den Stein gemeisselt sind, es gibt Taenzerinnen, Kriegszenen und Bilder aus dem damaligen Alltag, und vieles sieht aus, als sei es tatsaechlich erst gestern entstanden, so gut erhalten ist es; von den Tuermen, die bis ins letzte Detail mit filigranen Ornamenten verziert sind; von den riesigen Gesichtern, die aus grossen Rechteckigen Felsen zusammengesetzt sind und laechelnd aus unterschiedlichen Richtungen auf den Betrachter blicken. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit und wie lang die Errichtung der dutzenden Tempel gebraucht haben muss.
Wir verbringen den Tag damit, von Tempel zu Tempel zu radeln, immer wieder aufs Neue beeindruckt. Manche von ihnen hat sich der Urwald zum Teil wieder zurueckeroebert. Riesige Baeume schlingen ihre starken Wurzeln um Tore und Mauern der Tempel, zerstoeren, was nicht geschuetzt wird. Und anders als gedacht, sind wenige Touristen unterwegs, und so haben wir manche Tempel fast fuer uns (man stelle sich einen beliebigen Tag bei etwa vergleichbaren europaeischen Bauwerken vor...).
Bei einer Pause und ein bisschen was zu essen werden wir das erste Mal mit bettelnden Kindern konfrontiert. Sie verkaufen (wertlose) Armbaender und erklaeren in perfektem Alltagsenglisch (Wher' you from?), worum es geht. Es ist nicht leicht, damit umzugehen. Einerseits will man nicht unterstuetzen, dass sie ihre Tage damit verbringen, anstatt zur Schule zu gehen. Aber wenn sie dich mit ihren grossen Augen angucken und sagen, sie haetten nicht genug Geld um zur Schule zu gehen, kann man kaum noch nein sagen, was sie natuerlich merken und nur noch eindringlicher werden.... Wir sind mittlerweile um einige Armbaender reicher und einige Dollars aermer, ein paar mal kaufen wir ihnen eine Portion gebratenen Reis und sie stuerzen sich mit Feuereifer darauf und schlingen es hinunter.
Am naechsten Tag werden wir von Weha, dem Leiter des Waisenhauses, und einem kambodschanischen Studenten, der dort auch unterrichtet abgeholt, sitzen bei ihnen hinten auf dem Motorroller und fahren aus der Stadt raus. Bald biegen wir von der Strasse auf einen Feldweg ab und folgen ihm entlang der vielen Doerfer. Nur etwa eine Stunde weg von der Stadt, haben wir doch das Gefuehl, in einer anderen Welt gelandet zu sein. Die Haeuser erstrecken sich in langen Reihen entlnag des Weges. Hier lebt man ausschliesslich von Landwirtschaft, es wird natuerlich vor allem Reis angebaut. Die Haeuser , in die ich mich unsterblich verliebt habe (ich habe schon die ein oder andere Busfahrt damit verbracht, meine ganz persoenliche Version eines solchen Hauses imaginaer zu erstellen), sind auf Stelzen gebaut. Das Leben spielt sich groesstenteils im schattenspendenden Bereich unter den Stelzen ab, es gibt Haengematten und kleine Plattformen, auf denen gegessen wird. Tatsaechlich ist es im Fall der Familie, die uns fuer ein paar Tage aufnimmt, sogar so, dass sie, trotz des verhaeltnismaessig grossen Innenraumes, kaum je einen Fuss nach drinnen setzen, es wird sogar draussen geschlafen, und das Bett im Haus bleibt leer.
Wir schlafen in einem kleinen Einzelbett in der ersten Etage und sind auch die einzigen, die dort ein bisschen Zeit verbringen.
Es gibt sogar ein Badezimmer: Aus einem grossen Tonkrug wird mit kleinen Toepfen Wasser geschoepft, das aus dem Brunnen draussen ueber einen Schlauch dort reingepumpt wird. Natuerlich gibt es (allerdings wie ueberall sonst in Asien) kein Klopapier, es wird sich mit Wasser und Haenden gewaschen, nachdem man ueber dem kleinen Loch sein Geschaeft verrcihtet hat.
Ein solches Bad an sich existiert aber nur in den wenigsten Haeusern, meistens waescht man sich draussen, wo einer dieser riesigen Tonkruege neben dem Brunnen steht (also behaelt man zu allen Zeiten zumindest einen Sarong an, auch beim "duschen").
Elektrizitaet gibt es nicht, es ist wirklich erstaunlich, wie sehr man daran gewohnt ist, dass man zu allen Zeiten alles machen kann - lesen, auf Toilette gehen etc. - alles dies, was ohen Licht schwierig oder unmoeglich ist.
Nachdem wir angekommen sind, machen wir einen kleinen Spaziergang mit ein paar der Kinder durch das Dorf, zwischen Palmen, Heuhaufen und Kuehen und Schweinen, die direkt neben den Haeusern umherlaufen oder angeleint sind, werden wir bei jedem Haus freudig, mal schuechtern, mal lauthals, auf englisch begruesst. Von allen Seiten schallt es vor allem von den Kindern "Hello, what's your name?" und dann, bei Rueckfrage von uns, ganz korrekt und nach Lehrbuch "My name is..." oder "I am fine." Ohne FRage sind sie mehr als enthusiastisch, ihr Englisch zu benutzen und freuen sich daruber, dass wir da sind. Und auch die Aelteren zeigen uns mit herzlichem Laecheln, dass wir willkommen sind. Ich glaube, sie sind froh, dass wir uns fuer ihr Leben interessieren, ab vom allgegenwaertigen Stolz des Landes, Angkor.
In den folgenden zwei Tagen vollziehen wir ungefaehr 200 dieser kleinen Begruessungszeremonien auf Englisch, bei jedem Weg hin und zurueck von der Schule.
Herum um die sehr einfache Schule, bestehend aus einem Holzhaus mit PLastikstuehlen und einer Tafel, wohnen ca. 60 Waisenkinder. Fast alle von ihnen haben ihre Eltern an Landminen verloren, die noch immer ueberall im Land verstreut sind.
Zweimal am Tag haben die Kinder Englischunterricht, und an der Khmerschule ein paar Kilometer weiter lernen sie alles andere.
Der Unterrciht ist nicht leicht. Das Material ist mehr als duerftig, die Kinder sind auf voellig unterschiedlichen Niveaus, und natuerlich kann man schlecht englische Woerter auf englisch erklaeren. Es hilft auch nicht, dass der eigentliche Lehrer ein Englischstudent ist, dessen englisch duerftig ist und der dazu neigt, den Kindern alles vorzusagen. Aber der Enthusiasmus der Kinder ist ermutigend.
Bei einer der langen Pausen zwischen den Unterrichtseinheiten kommt uns in den Sinn, den Einheimischen dabei zu helfen, Holzstoecke anzuspitzen. Was uns nicht klar ist, ist dass sie nur zwei Aexte haben und wir ihnen damit quasi die Arbeit wegnehmen. So stehen sie daneben und gucken uns lachend zu, eine skurrile Situation. Uns ist ausserdem nicht klar, wie anstrengend und aunspruchsvoll die ganze Sache ist. Immer wieder muessen sie uns zeigen, wie man es am besten anstellt, und wir brauchen natuerlich dreimal so lang wie sie. Wir muessen uber uns verweichlichten Stadtmenschen lachen, und sie lachen uns fuer unsere Ungeschicktheit freundschaftlich aus. Nach nur 15 Minuten muessen wir aufhoeren - wir haben riesige Blasen an den Haenden.
Nach drei Tagen fahren wir zurueck nach Siem Reap und machen uns auf den Weg nach Battambang, auf eine 9-stuendige atemberaubende Bootsfahrt vorbei an den sogenannten Floating Villages. Das sind ganze Doerfer, mitsamt Schulen und Gemeindehaus, die auf dem See schwimmen. Es gibt Boote, die als Taxis dienen, und andere sind zu kleinen schwimmenden Laeden umfunktionert, die bei Bedarf die Haeuser anfahren. Natuerlich lebt man hier von der Fischerei. UNd auch sonst versorgt der See bzw. Fluss die Leute mit so ziemlich allem anderen, was man so braucht: Es wird darin abgewaschen, dient als Badewanne und gleichzeitig PLanschbecken fuer die Kinder, ist Transportmittel, und es waechst sogar ein gewisses Kraut darauf, dass als Gemuese gegessen wird. Ein Leben, dass sich zu 100% auf dem Wasser abspielt. Fuer mich unglaublich schwer vorzustellen (in meinem Kopf schreit es schon Klaustrophobie wenn ich mir diese im Schnitt 20 schwimmenden Quadratmeter nur anschaue), aber eine der faszinierendsten und schoensten Sachen, die ich je gesehen habe.
Es werden uebrigens auch Schweine dort gehalten, auf einem eigenen Floss schwimmen sie ein paar Meter vom Haus entfernt umher - ein denkbar bizarrer Anblick.
In Phnomh Penh mit seinen Alleen von rosa und weiss bluehenden Baeumen(alles eine Sache des Timings) und dem lebhaften Geschehen darunter in dem gewohnten kambodschanisch-franzoesischen Charme nehmen wir uns Zeit fuer das wahrhaft bedrueckende Genozidmuseum - hier nimmt man nicht so taktvoll ruecksicht auf Verbliebene und Besucher wie in Europa, sondern zeigt ohne Gnade Photos von Hunderten und Hunderten durch die Khmer Rouge getoeteten und gefolterten Menschen und ihren Leichen.
Kambodscha hat es wirklich in sich, und wir sind heilfroh, es spontan mit in unsere Route aufgenommen zu haben. Defintiv einer meiner Lieblingsstops.
Als wir kurz Pause machen in dem schoenen Royal Park, auf dessen Wiesen man leider nicht liegen darf, treffen wir zufaellig auf Weha. Der Kambodschaner, selbst Waise, leitet ein Waisenhaus in einem kleinen Dorf etwa eine Stunde von Siem Reap. Er zeigt uns Photos und erzaehlt, dass man sich das Projekt gern auch mal angucken kann, weill immer Voluntarier gesucht werden, die ein bisschen Englisch unterrichten. Spontan entschieden wir, am uebernaechsten Tag fuer ein paar Tage dorthin zu fahren, unter anderem, um das kambodschanische Leben auf dem Land ein bisschen kennenzulernen.
Aber am naechsten Tag ist es erstmal Zeit fuer ein bisschen Kultur, auf dem Plan steht Angkor Wat (mal das achte, mal das siebte Weltwunder genannt, wer weiss...). Wir mieten uns Fahrraeder, oder vielmehr Drahtesel, und radeln (ja, radeln ist genau das richtige Wort) dem Sonnenaufgang entgegen - man tut so einiges um den Touristenmassen zu entgehen, diese schlimmen Touristen immer aehhmm ;) - und erreichen bald die alten Tempel. Wir sind beeindruckt; von der schieren Groesse, die man zuerst gar nicht wahrnimmt, weil alles so konstruiert ist, dass es von weitem fast zweidimensional wirkt; von den Bildern, die in den Stein gemeisselt sind, es gibt Taenzerinnen, Kriegszenen und Bilder aus dem damaligen Alltag, und vieles sieht aus, als sei es tatsaechlich erst gestern entstanden, so gut erhalten ist es; von den Tuermen, die bis ins letzte Detail mit filigranen Ornamenten verziert sind; von den riesigen Gesichtern, die aus grossen Rechteckigen Felsen zusammengesetzt sind und laechelnd aus unterschiedlichen Richtungen auf den Betrachter blicken. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit und wie lang die Errichtung der dutzenden Tempel gebraucht haben muss.
Wir verbringen den Tag damit, von Tempel zu Tempel zu radeln, immer wieder aufs Neue beeindruckt. Manche von ihnen hat sich der Urwald zum Teil wieder zurueckeroebert. Riesige Baeume schlingen ihre starken Wurzeln um Tore und Mauern der Tempel, zerstoeren, was nicht geschuetzt wird. Und anders als gedacht, sind wenige Touristen unterwegs, und so haben wir manche Tempel fast fuer uns (man stelle sich einen beliebigen Tag bei etwa vergleichbaren europaeischen Bauwerken vor...).
Bei einer Pause und ein bisschen was zu essen werden wir das erste Mal mit bettelnden Kindern konfrontiert. Sie verkaufen (wertlose) Armbaender und erklaeren in perfektem Alltagsenglisch (Wher' you from?), worum es geht. Es ist nicht leicht, damit umzugehen. Einerseits will man nicht unterstuetzen, dass sie ihre Tage damit verbringen, anstatt zur Schule zu gehen. Aber wenn sie dich mit ihren grossen Augen angucken und sagen, sie haetten nicht genug Geld um zur Schule zu gehen, kann man kaum noch nein sagen, was sie natuerlich merken und nur noch eindringlicher werden.... Wir sind mittlerweile um einige Armbaender reicher und einige Dollars aermer, ein paar mal kaufen wir ihnen eine Portion gebratenen Reis und sie stuerzen sich mit Feuereifer darauf und schlingen es hinunter.
Am naechsten Tag werden wir von Weha, dem Leiter des Waisenhauses, und einem kambodschanischen Studenten, der dort auch unterrichtet abgeholt, sitzen bei ihnen hinten auf dem Motorroller und fahren aus der Stadt raus. Bald biegen wir von der Strasse auf einen Feldweg ab und folgen ihm entlang der vielen Doerfer. Nur etwa eine Stunde weg von der Stadt, haben wir doch das Gefuehl, in einer anderen Welt gelandet zu sein. Die Haeuser erstrecken sich in langen Reihen entlnag des Weges. Hier lebt man ausschliesslich von Landwirtschaft, es wird natuerlich vor allem Reis angebaut. Die Haeuser , in die ich mich unsterblich verliebt habe (ich habe schon die ein oder andere Busfahrt damit verbracht, meine ganz persoenliche Version eines solchen Hauses imaginaer zu erstellen), sind auf Stelzen gebaut. Das Leben spielt sich groesstenteils im schattenspendenden Bereich unter den Stelzen ab, es gibt Haengematten und kleine Plattformen, auf denen gegessen wird. Tatsaechlich ist es im Fall der Familie, die uns fuer ein paar Tage aufnimmt, sogar so, dass sie, trotz des verhaeltnismaessig grossen Innenraumes, kaum je einen Fuss nach drinnen setzen, es wird sogar draussen geschlafen, und das Bett im Haus bleibt leer.
Wir schlafen in einem kleinen Einzelbett in der ersten Etage und sind auch die einzigen, die dort ein bisschen Zeit verbringen.
Es gibt sogar ein Badezimmer: Aus einem grossen Tonkrug wird mit kleinen Toepfen Wasser geschoepft, das aus dem Brunnen draussen ueber einen Schlauch dort reingepumpt wird. Natuerlich gibt es (allerdings wie ueberall sonst in Asien) kein Klopapier, es wird sich mit Wasser und Haenden gewaschen, nachdem man ueber dem kleinen Loch sein Geschaeft verrcihtet hat.
Ein solches Bad an sich existiert aber nur in den wenigsten Haeusern, meistens waescht man sich draussen, wo einer dieser riesigen Tonkruege neben dem Brunnen steht (also behaelt man zu allen Zeiten zumindest einen Sarong an, auch beim "duschen").
Elektrizitaet gibt es nicht, es ist wirklich erstaunlich, wie sehr man daran gewohnt ist, dass man zu allen Zeiten alles machen kann - lesen, auf Toilette gehen etc. - alles dies, was ohen Licht schwierig oder unmoeglich ist.
Nachdem wir angekommen sind, machen wir einen kleinen Spaziergang mit ein paar der Kinder durch das Dorf, zwischen Palmen, Heuhaufen und Kuehen und Schweinen, die direkt neben den Haeusern umherlaufen oder angeleint sind, werden wir bei jedem Haus freudig, mal schuechtern, mal lauthals, auf englisch begruesst. Von allen Seiten schallt es vor allem von den Kindern "Hello, what's your name?" und dann, bei Rueckfrage von uns, ganz korrekt und nach Lehrbuch "My name is..." oder "I am fine." Ohne FRage sind sie mehr als enthusiastisch, ihr Englisch zu benutzen und freuen sich daruber, dass wir da sind. Und auch die Aelteren zeigen uns mit herzlichem Laecheln, dass wir willkommen sind. Ich glaube, sie sind froh, dass wir uns fuer ihr Leben interessieren, ab vom allgegenwaertigen Stolz des Landes, Angkor.
In den folgenden zwei Tagen vollziehen wir ungefaehr 200 dieser kleinen Begruessungszeremonien auf Englisch, bei jedem Weg hin und zurueck von der Schule.
Herum um die sehr einfache Schule, bestehend aus einem Holzhaus mit PLastikstuehlen und einer Tafel, wohnen ca. 60 Waisenkinder. Fast alle von ihnen haben ihre Eltern an Landminen verloren, die noch immer ueberall im Land verstreut sind.
Zweimal am Tag haben die Kinder Englischunterricht, und an der Khmerschule ein paar Kilometer weiter lernen sie alles andere.
Der Unterrciht ist nicht leicht. Das Material ist mehr als duerftig, die Kinder sind auf voellig unterschiedlichen Niveaus, und natuerlich kann man schlecht englische Woerter auf englisch erklaeren. Es hilft auch nicht, dass der eigentliche Lehrer ein Englischstudent ist, dessen englisch duerftig ist und der dazu neigt, den Kindern alles vorzusagen. Aber der Enthusiasmus der Kinder ist ermutigend.
Bei einer der langen Pausen zwischen den Unterrichtseinheiten kommt uns in den Sinn, den Einheimischen dabei zu helfen, Holzstoecke anzuspitzen. Was uns nicht klar ist, ist dass sie nur zwei Aexte haben und wir ihnen damit quasi die Arbeit wegnehmen. So stehen sie daneben und gucken uns lachend zu, eine skurrile Situation. Uns ist ausserdem nicht klar, wie anstrengend und aunspruchsvoll die ganze Sache ist. Immer wieder muessen sie uns zeigen, wie man es am besten anstellt, und wir brauchen natuerlich dreimal so lang wie sie. Wir muessen uber uns verweichlichten Stadtmenschen lachen, und sie lachen uns fuer unsere Ungeschicktheit freundschaftlich aus. Nach nur 15 Minuten muessen wir aufhoeren - wir haben riesige Blasen an den Haenden.
Nach drei Tagen fahren wir zurueck nach Siem Reap und machen uns auf den Weg nach Battambang, auf eine 9-stuendige atemberaubende Bootsfahrt vorbei an den sogenannten Floating Villages. Das sind ganze Doerfer, mitsamt Schulen und Gemeindehaus, die auf dem See schwimmen. Es gibt Boote, die als Taxis dienen, und andere sind zu kleinen schwimmenden Laeden umfunktionert, die bei Bedarf die Haeuser anfahren. Natuerlich lebt man hier von der Fischerei. UNd auch sonst versorgt der See bzw. Fluss die Leute mit so ziemlich allem anderen, was man so braucht: Es wird darin abgewaschen, dient als Badewanne und gleichzeitig PLanschbecken fuer die Kinder, ist Transportmittel, und es waechst sogar ein gewisses Kraut darauf, dass als Gemuese gegessen wird. Ein Leben, dass sich zu 100% auf dem Wasser abspielt. Fuer mich unglaublich schwer vorzustellen (in meinem Kopf schreit es schon Klaustrophobie wenn ich mir diese im Schnitt 20 schwimmenden Quadratmeter nur anschaue), aber eine der faszinierendsten und schoensten Sachen, die ich je gesehen habe.
Es werden uebrigens auch Schweine dort gehalten, auf einem eigenen Floss schwimmen sie ein paar Meter vom Haus entfernt umher - ein denkbar bizarrer Anblick.
In Phnomh Penh mit seinen Alleen von rosa und weiss bluehenden Baeumen(alles eine Sache des Timings) und dem lebhaften Geschehen darunter in dem gewohnten kambodschanisch-franzoesischen Charme nehmen wir uns Zeit fuer das wahrhaft bedrueckende Genozidmuseum - hier nimmt man nicht so taktvoll ruecksicht auf Verbliebene und Besucher wie in Europa, sondern zeigt ohne Gnade Photos von Hunderten und Hunderten durch die Khmer Rouge getoeteten und gefolterten Menschen und ihren Leichen.
Kambodscha hat es wirklich in sich, und wir sind heilfroh, es spontan mit in unsere Route aufgenommen zu haben. Defintiv einer meiner Lieblingsstops.
Mittwoch, 2. März 2011
Same same but different - Neue Welten
Wir nehmen einen Bus, der uns von Bangkok direkt an den Kambodschanischen Grenzuebergang Poi-Pet bringen soll und dann weiter nach Siem Reap, der naechsten Stadt in Kambodscha. Schon vor der Grenze halten wir allerdings an einer kleinen Pension, und erfahrungsgemaess scheint uns, dass hier gewisse Vertraege zwischen Pension und Busagentur herrschen muessen: Die Pension bietet PLatz, um die eher unlauteren Visa-Geschaefte der Agentur durchzufuehren, und dafuer wird bei ihnen gegessen. So zumindest unsere Vermutung. Und wir haben recht. Ein paar Minuten und einige eigens ausgefuellte Formulare spaeter sollen wir fuer unser durch die Agentur arrangiertes Visum gut das Doppelte von dem eigentlichen (uns durch vorherige Recherchen bekannten) Preises zahlen. Sein Argument: Wir sparten damit sowohl 3-4 Stunden Zeit als auch nocheinmal etwa $5. Als wir ihm versichern, wir wuessten den eigentlichen Preis, will er uns glauben machen, dieser Preis gelte nur fuer Visa, die bei der Botschaft eingeholt werden. Diese Leute sind gut. Kurz verunsichert, bestehen wir aber trotzdem darauf, das Visa hoechstselbst an der Grenze zu bekommen. Er gibt auf und zeigt uns den Weg zur Grenze, und sagt uns zum Abschied noch, er werde uns dann in einer Stunde (natuerlich statt der eigentlich prophezeiten 3-4!) hinter der Grenze abholen, um nach Siem Reap zu fahren.
Wir sind erleichtert und auch ein bisschen stolz, dem Schlepper entkommen zu sein (Schliesslich scheint der Rest der Passagiere sich auf das Geschaeft einzulassen). Allerdings vergehen keine fuenf Minuten, bis ein weiteres Exemplar sich an uns versucht. Und was sich beim Lesen wahrscheinlich als das Selbstverstaendlichste der Welt anhoert, naemlich ihn freundlich aber bestimmt abzuweisen, ist nicht so einfach. Man weiss einfach erst im Nachhinein, wer offizieller Beamter ist und wer nicht. Letztendlich kriegen wir aber unser Visa zum richtigen Preis und betreten zum ersten Mal kambodschanischen Boden.
Das wir in einem neuen, sehr anderen Land sind, ist nicht zu verkennen: Das Hauptfortbewegungsmittel sind zweiraedrige Holzkarren bis zum Uberquellen gefuellt mit riesigen Reissaecken, Gemuese, Holzkisten, Baumaterial und so weiter, trotz des enormen fast ausnahmslos durch Muskelkraft mehrerer, manchmal aber auch einzelner Personen angetrieben anstelle eines Pferdes oder aehnlichem. Die Menschen tragen Huete, an denen unten ein Stueck Stoff befestigt ist, das Nacken vor Sonne und, Mund und Nase verdeckend, das Gesicht vor Staub und Dreck schuetzen soll. Sofort sieht man auch die langfristigen Schaeden, die viele Kriege hinterlassen haben, im ersten Moment vor allem sichtbar durch die vielen fehlenden Koerperteile. Und auch die Armut ist sofort praesent. Nur notduerftig gekleidete kleine Kinder betteln um ein bisschen was, waehrend ihre Muetter Obst oder Gemuese verkaufen.
Die darauf folgende Busfahrt nach Siem Reap zeigt uns ein wunderschoenes Land, das uns so urspruenglich und andersartig erscheint, wie davor kein anderes. Wir fahren an einer Szenerie vorbei, die wir so aehnlich nur aus Reportagen und Dokumentationen kennen: Grosse Haeuser aus Holz oder blossen Palmblaettern auf Stelzen, darunter die Menschen in Haengematten oder in irgendeine Arbeit vertieft. Die Heuhaufen sind wie aus dem Bilderbuch, hoch aufgetuermt und rund, daneben sieht man Kuehe weiden und Kinder spielen. In den unzaehligen kleinen und groesseren Teichen wird sich gewaschen oder planschen einige der zahllosen Kinder nackt. Dazwischen Palmen und Reisfelder. Es scheint uns wie eine andere Welt.
weiteres folgt auf schnellen fuessen... :)
Wir sind erleichtert und auch ein bisschen stolz, dem Schlepper entkommen zu sein (Schliesslich scheint der Rest der Passagiere sich auf das Geschaeft einzulassen). Allerdings vergehen keine fuenf Minuten, bis ein weiteres Exemplar sich an uns versucht. Und was sich beim Lesen wahrscheinlich als das Selbstverstaendlichste der Welt anhoert, naemlich ihn freundlich aber bestimmt abzuweisen, ist nicht so einfach. Man weiss einfach erst im Nachhinein, wer offizieller Beamter ist und wer nicht. Letztendlich kriegen wir aber unser Visa zum richtigen Preis und betreten zum ersten Mal kambodschanischen Boden.
Das wir in einem neuen, sehr anderen Land sind, ist nicht zu verkennen: Das Hauptfortbewegungsmittel sind zweiraedrige Holzkarren bis zum Uberquellen gefuellt mit riesigen Reissaecken, Gemuese, Holzkisten, Baumaterial und so weiter, trotz des enormen fast ausnahmslos durch Muskelkraft mehrerer, manchmal aber auch einzelner Personen angetrieben anstelle eines Pferdes oder aehnlichem. Die Menschen tragen Huete, an denen unten ein Stueck Stoff befestigt ist, das Nacken vor Sonne und, Mund und Nase verdeckend, das Gesicht vor Staub und Dreck schuetzen soll. Sofort sieht man auch die langfristigen Schaeden, die viele Kriege hinterlassen haben, im ersten Moment vor allem sichtbar durch die vielen fehlenden Koerperteile. Und auch die Armut ist sofort praesent. Nur notduerftig gekleidete kleine Kinder betteln um ein bisschen was, waehrend ihre Muetter Obst oder Gemuese verkaufen.
Die darauf folgende Busfahrt nach Siem Reap zeigt uns ein wunderschoenes Land, das uns so urspruenglich und andersartig erscheint, wie davor kein anderes. Wir fahren an einer Szenerie vorbei, die wir so aehnlich nur aus Reportagen und Dokumentationen kennen: Grosse Haeuser aus Holz oder blossen Palmblaettern auf Stelzen, darunter die Menschen in Haengematten oder in irgendeine Arbeit vertieft. Die Heuhaufen sind wie aus dem Bilderbuch, hoch aufgetuermt und rund, daneben sieht man Kuehe weiden und Kinder spielen. In den unzaehligen kleinen und groesseren Teichen wird sich gewaschen oder planschen einige der zahllosen Kinder nackt. Dazwischen Palmen und Reisfelder. Es scheint uns wie eine andere Welt.
weiteres folgt auf schnellen fuessen... :)
Samstag, 19. Februar 2011
Faul sein ist wunderschoen...
Eine kleine Zusammenfassung unseres Lebens auf Koh Lanta, einer kleinen Insel an der Westkueste Thailands: Wir wohnen direkt am Strand, und zwar wortwoertlich (es sind keine 10m). Unser Quartier ist ein kleiner Bambusbungalow, durch dessen geflochtene Waende morgens die Sonne hereinfaellt und schoene Muster kreiert. Zeitweise haben wir ein Bad unter freiem Himmel, inklusive Bananenbaum und direkter Sonneneinstrahlung - eine allmorgendliche Freude. Fruehstuecken gehen wir meistens bei einer gnaz suessen und superlieben Frau, die uns immer mit den noetigen Tips versorgt und uns ueberhaupt erst zu unserem billigen Hotel verholfen hat - unter uns nennen wir sie nur noch "Freundin". Neben wichtigem Insiderwissen versorgt sie uns natuerlich vor allem mit gutem Thai-Essen, und ganz wichtig, mit frischen Fruchtshakes, eine Sache, die man ueberall in Thailand an jeder Ecke kaufen kann und die grosses Suchtpotenzial haben weil unglaublich erfrischend und lecker (mindestens zweimal am Tag ist sozusagen Pflichtverzehr).
Eine weitere Bekanntschaft, die wir im uebrigen auch Freundin zu verdanken haben, ist Hut-Yee Boat (dies ist sein Name), ein absolutes Original und mir scheint der Fadenzieher der ganzen Insel. Sie schickt uns zu ihm, weil wir eine billiger Unterkunft suchen, und obwohl seine Bungalows bezeichnenderweise alle voll sind, telefoniert er rum, bis er fuer uns das Passende gefunden hat. Seitdem gehen wir alle paar Tage mal bei ihm vorbei, werden sofort herangewunken und herzlich empfangen, es gibt Kaffee und Bananen und den neuesten Inseltalk, wobei Hut-Yee sicherlich Tickets anzubieten hat fuer dies Festival und jenes Konzert und diverse Bootstrips und und und.
Neben seiner unglaublich entspannten Art (wahrscheinlich auf ein bisschen zuviel Gras zurueckzufuehren :) ist vor allem sein Englisch ohnegleichen: Einer seiner Lieblingsausdruecke ist mittlerweile fester Bestandteil unseres Wortschatzes geworden - "No hep", bevorzugt mehrmals hintereinander und nachdruecklich festgestellt, soll heissen, dass es etwas nicht gibt, etwas nicht funktioniert, oder jemand weg ist, je nach kontext und ist abgeleitet von no have (was sich aber, glaubt mir, wirklich erst nach einiger Zeit und viel KOpfzerbechen erschliesst).
Ansonsten tun wir nicht viel, ganz nach dem Motto "Der Strand ist uns genug" verbringen wir ganze Tage nur durch essen unterbrochen dort, lesend oder schlafend oder schwimmend - letzteres natuerlich mit besonderer Freude, denn das Wasser ist wahnsinnig klar, angenehm temperiert und die Badefreude von nichts getruebt.
Wenn uns diese "Beschaeftigung" mal fuer eine Weile genuegt und wir nach Abwechslung duersten, mieten wir uns Motorroller und cruisen durch die Insel, halten mal hier mal da an abgelegenen Buchten fuer eine kleine Abkuehlung, begegnen des Oefteren Elefanten am Strassenrand und geniessen so richtig das Leben. (Ja, euch alle ein bisschen neidisch zu machen, macht mir schon Spass...)
Nach fast zwei Wochen treffen wir eine Lisa, Freundin von Francesca, und zwei zufaelig MItreisende, verbringen noch ein paar Tage mit ihnen auf KOh Lanta, bevor wir, zusammen mit Lisa Standortwechsel betreiben und nach Koh Pha Ngan fahren, eine Insel an der Ostkueste.
Hier sind wir nun und kommen grade von einem Strassenmarkt, auf dem es die verruecktesten Sachen zu essen gibt. Wir probieren uns natuerlich durch einen Grossteil durch :)
Neuerdings gibt es reisetechnisch eine PLanaenderung. Weil Francesca aus Geldgruenden (ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich es erwaehnt habe, aber ihr wurde ein ziemlicher grosser Teil ihres Geldes von ihrem Konto gestohlen - ein ganz ganz grosser Scheiss) frueher nach Hause faehrt, werde ich noch etwa einen Monat allein durch Indien weiterreisen. Das wird eine krasse Umstellung werden, ploetzlich FRancesca nicht mehr dabei zu haben, mit der ich ja nun seit 6 Monaten jeden Tag verbringe und alles mit ihr teile... Aber obwohl ich sie sicherlich zum Teil sehr vermissen werde, bin ich gspannt darauf, wie ich das Reisen allein empfinde. Ich glaube es hat viel Potenzial, nochmal eine sehr spannende, andere und gute Erfahrung zu sein, und ich freue mich drauf! (Auch wenn ich gleichzeitig ein bisschen Angst habe, ausgerechnet in Indien, dem schwierigsten der Stops, so ganz allein zu sein :) Wie spannend!!!
Eine weitere Bekanntschaft, die wir im uebrigen auch Freundin zu verdanken haben, ist Hut-Yee Boat (dies ist sein Name), ein absolutes Original und mir scheint der Fadenzieher der ganzen Insel. Sie schickt uns zu ihm, weil wir eine billiger Unterkunft suchen, und obwohl seine Bungalows bezeichnenderweise alle voll sind, telefoniert er rum, bis er fuer uns das Passende gefunden hat. Seitdem gehen wir alle paar Tage mal bei ihm vorbei, werden sofort herangewunken und herzlich empfangen, es gibt Kaffee und Bananen und den neuesten Inseltalk, wobei Hut-Yee sicherlich Tickets anzubieten hat fuer dies Festival und jenes Konzert und diverse Bootstrips und und und.
Neben seiner unglaublich entspannten Art (wahrscheinlich auf ein bisschen zuviel Gras zurueckzufuehren :) ist vor allem sein Englisch ohnegleichen: Einer seiner Lieblingsausdruecke ist mittlerweile fester Bestandteil unseres Wortschatzes geworden - "No hep", bevorzugt mehrmals hintereinander und nachdruecklich festgestellt, soll heissen, dass es etwas nicht gibt, etwas nicht funktioniert, oder jemand weg ist, je nach kontext und ist abgeleitet von no have (was sich aber, glaubt mir, wirklich erst nach einiger Zeit und viel KOpfzerbechen erschliesst).
Ansonsten tun wir nicht viel, ganz nach dem Motto "Der Strand ist uns genug" verbringen wir ganze Tage nur durch essen unterbrochen dort, lesend oder schlafend oder schwimmend - letzteres natuerlich mit besonderer Freude, denn das Wasser ist wahnsinnig klar, angenehm temperiert und die Badefreude von nichts getruebt.
Wenn uns diese "Beschaeftigung" mal fuer eine Weile genuegt und wir nach Abwechslung duersten, mieten wir uns Motorroller und cruisen durch die Insel, halten mal hier mal da an abgelegenen Buchten fuer eine kleine Abkuehlung, begegnen des Oefteren Elefanten am Strassenrand und geniessen so richtig das Leben. (Ja, euch alle ein bisschen neidisch zu machen, macht mir schon Spass...)
Nach fast zwei Wochen treffen wir eine Lisa, Freundin von Francesca, und zwei zufaelig MItreisende, verbringen noch ein paar Tage mit ihnen auf KOh Lanta, bevor wir, zusammen mit Lisa Standortwechsel betreiben und nach Koh Pha Ngan fahren, eine Insel an der Ostkueste.
Hier sind wir nun und kommen grade von einem Strassenmarkt, auf dem es die verruecktesten Sachen zu essen gibt. Wir probieren uns natuerlich durch einen Grossteil durch :)
Neuerdings gibt es reisetechnisch eine PLanaenderung. Weil Francesca aus Geldgruenden (ich kann mich nicht mehr erinnern, ob ich es erwaehnt habe, aber ihr wurde ein ziemlicher grosser Teil ihres Geldes von ihrem Konto gestohlen - ein ganz ganz grosser Scheiss) frueher nach Hause faehrt, werde ich noch etwa einen Monat allein durch Indien weiterreisen. Das wird eine krasse Umstellung werden, ploetzlich FRancesca nicht mehr dabei zu haben, mit der ich ja nun seit 6 Monaten jeden Tag verbringe und alles mit ihr teile... Aber obwohl ich sie sicherlich zum Teil sehr vermissen werde, bin ich gspannt darauf, wie ich das Reisen allein empfinde. Ich glaube es hat viel Potenzial, nochmal eine sehr spannende, andere und gute Erfahrung zu sein, und ich freue mich drauf! (Auch wenn ich gleichzeitig ein bisschen Angst habe, ausgerechnet in Indien, dem schwierigsten der Stops, so ganz allein zu sein :) Wie spannend!!!
Mittwoch, 16. Februar 2011
Im Grossstadtgetuemmel
Am morgen nach unserer Ankunft in Bangkok wollen wir uns auf den Weg zur indischen Botschaft machen, um dort Francescas Visum zu beantragen. Kaum haben wir zwei Schritte getan, da werden wir voneiner Frau angesprochen, die uns wohl fuer hilfsbefuertig haelt, und erzaehlt uns, dass heute Chinesisches Neujahr ist, und aus dem Grund die Tempel in Bangkok kostenlos sind. Wir sind noch von unserem Glueck ganz berauscht, als sie ein Tuk-Tuk heranruft, mit dem Fahrer einen Deal ausmacht, und kurz darauf sitzen wir im Tuk-Tuk und verschieben kurzerhand unsere Plaene auf morgen, ersetzt durch eine verrueckte Fahrt mitten durch Bangkok in diesem Gefaehrt, wo man alles aus naechster Naehe und hautnah mitkriegt, inklusive einer grossen Portion hoechst Bangkok eigenen Smogs (und natuerlich ist man im Falle eines Unfalles naja sagen wir.. gearscht.). Wir haben den groessten Spass, die Stadt ist unglaublich schnell und voll und es gibt viel zu sehen, und ich glaube es gibt keinen besseren Weg, die Stadt zu erkunden (auch wenn man seinen Lungen danach ein paar Tage Pause goennen sollte).
Wir fahren von Tempel zu Tempel, einer beeindruckender, geschmueckter, kitschiger als der andere, aber alle wirklich schoen und faszinierend auf diese fremde, anziehende Art und Weise, die der Buddhismus (bei mir zumindest) mit sich bringt. Schon morgens haben wir in unserem Guesthouse beobachtet, wie ein riesiger Teller Essen, eine ganze gebratene Ganz inklusive Kopf, ganze Fruechte, Reis, alles was eben dazu gehoert und mehr als jeder der Besitzter essen wuerde (koennte, auch finanziell, schaetze ich), vor einen kleinen Buddhistischen Altar gestellt wurde. Fuer mich einfach immernoch unglaublich.
Am naechsten Tag fahren wir nach Chinatown. Leider sind die Feste und Auffuehrungen erst abends, wo wir schon wieder gen Sueden aufbrechen, aber auch so bietet sich ein ziemlich beeindruckendes Bild: Unter hunderten und aberhunderten roter chinesischer Laternen, die ueber die Strassen gespannt sind, hat sich eine riesige rotgekleidete Menge versammelt. Manche tragen nur rote T-shirts, aber viele haben sich ganz traditionell chinesisch angezogen, in chinesischen Kleidern aus roten Seidenstoffen mit den typischen Blumenmustern. An den Strassenseiten sind Staende mit den abgefahrensten Speisen aufgebaut. Leider koennen wir bei den meisten Sachen nicht heruasfinden, um was es sich handelt, denn Englisch spricht hier kaum jemand.
An grossen "Baeumen" kann man seine Neujahrswuensche, auf kleinen Karten verewigt, aufhaengen oder dem Koenig von Thailand schriftlich Gutes wuenschen.
Abends machen wir uns auf den Weg in den Sueden - die Insel ruft! - auf eine mal wieder lange Busfahrt. Wir sind unweigerlich beeindruckt von Bangkok, aber auch ein bisschen ausgelaugt, Reizueberflutung ist das Stichwort, und so sind wir froh uber eine kleine Pause von der Stadt, aber ich freue mich schon darauf, in ein paar Wochen wiederzukommen.
Wir fahren von Tempel zu Tempel, einer beeindruckender, geschmueckter, kitschiger als der andere, aber alle wirklich schoen und faszinierend auf diese fremde, anziehende Art und Weise, die der Buddhismus (bei mir zumindest) mit sich bringt. Schon morgens haben wir in unserem Guesthouse beobachtet, wie ein riesiger Teller Essen, eine ganze gebratene Ganz inklusive Kopf, ganze Fruechte, Reis, alles was eben dazu gehoert und mehr als jeder der Besitzter essen wuerde (koennte, auch finanziell, schaetze ich), vor einen kleinen Buddhistischen Altar gestellt wurde. Fuer mich einfach immernoch unglaublich.
Am naechsten Tag fahren wir nach Chinatown. Leider sind die Feste und Auffuehrungen erst abends, wo wir schon wieder gen Sueden aufbrechen, aber auch so bietet sich ein ziemlich beeindruckendes Bild: Unter hunderten und aberhunderten roter chinesischer Laternen, die ueber die Strassen gespannt sind, hat sich eine riesige rotgekleidete Menge versammelt. Manche tragen nur rote T-shirts, aber viele haben sich ganz traditionell chinesisch angezogen, in chinesischen Kleidern aus roten Seidenstoffen mit den typischen Blumenmustern. An den Strassenseiten sind Staende mit den abgefahrensten Speisen aufgebaut. Leider koennen wir bei den meisten Sachen nicht heruasfinden, um was es sich handelt, denn Englisch spricht hier kaum jemand.
An grossen "Baeumen" kann man seine Neujahrswuensche, auf kleinen Karten verewigt, aufhaengen oder dem Koenig von Thailand schriftlich Gutes wuenschen.
Abends machen wir uns auf den Weg in den Sueden - die Insel ruft! - auf eine mal wieder lange Busfahrt. Wir sind unweigerlich beeindruckt von Bangkok, aber auch ein bisschen ausgelaugt, Reizueberflutung ist das Stichwort, und so sind wir froh uber eine kleine Pause von der Stadt, aber ich freue mich schon darauf, in ein paar Wochen wiederzukommen.
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