Wir nehmen einen Bus, der uns von Bangkok direkt an den Kambodschanischen Grenzuebergang Poi-Pet bringen soll und dann weiter nach Siem Reap, der naechsten Stadt in Kambodscha. Schon vor der Grenze halten wir allerdings an einer kleinen Pension, und erfahrungsgemaess scheint uns, dass hier gewisse Vertraege zwischen Pension und Busagentur herrschen muessen: Die Pension bietet PLatz, um die eher unlauteren Visa-Geschaefte der Agentur durchzufuehren, und dafuer wird bei ihnen gegessen. So zumindest unsere Vermutung. Und wir haben recht. Ein paar Minuten und einige eigens ausgefuellte Formulare spaeter sollen wir fuer unser durch die Agentur arrangiertes Visum gut das Doppelte von dem eigentlichen (uns durch vorherige Recherchen bekannten) Preises zahlen. Sein Argument: Wir sparten damit sowohl 3-4 Stunden Zeit als auch nocheinmal etwa $5. Als wir ihm versichern, wir wuessten den eigentlichen Preis, will er uns glauben machen, dieser Preis gelte nur fuer Visa, die bei der Botschaft eingeholt werden. Diese Leute sind gut. Kurz verunsichert, bestehen wir aber trotzdem darauf, das Visa hoechstselbst an der Grenze zu bekommen. Er gibt auf und zeigt uns den Weg zur Grenze, und sagt uns zum Abschied noch, er werde uns dann in einer Stunde (natuerlich statt der eigentlich prophezeiten 3-4!) hinter der Grenze abholen, um nach Siem Reap zu fahren.
Wir sind erleichtert und auch ein bisschen stolz, dem Schlepper entkommen zu sein (Schliesslich scheint der Rest der Passagiere sich auf das Geschaeft einzulassen). Allerdings vergehen keine fuenf Minuten, bis ein weiteres Exemplar sich an uns versucht. Und was sich beim Lesen wahrscheinlich als das Selbstverstaendlichste der Welt anhoert, naemlich ihn freundlich aber bestimmt abzuweisen, ist nicht so einfach. Man weiss einfach erst im Nachhinein, wer offizieller Beamter ist und wer nicht. Letztendlich kriegen wir aber unser Visa zum richtigen Preis und betreten zum ersten Mal kambodschanischen Boden.
Das wir in einem neuen, sehr anderen Land sind, ist nicht zu verkennen: Das Hauptfortbewegungsmittel sind zweiraedrige Holzkarren bis zum Uberquellen gefuellt mit riesigen Reissaecken, Gemuese, Holzkisten, Baumaterial und so weiter, trotz des enormen fast ausnahmslos durch Muskelkraft mehrerer, manchmal aber auch einzelner Personen angetrieben anstelle eines Pferdes oder aehnlichem. Die Menschen tragen Huete, an denen unten ein Stueck Stoff befestigt ist, das Nacken vor Sonne und, Mund und Nase verdeckend, das Gesicht vor Staub und Dreck schuetzen soll. Sofort sieht man auch die langfristigen Schaeden, die viele Kriege hinterlassen haben, im ersten Moment vor allem sichtbar durch die vielen fehlenden Koerperteile. Und auch die Armut ist sofort praesent. Nur notduerftig gekleidete kleine Kinder betteln um ein bisschen was, waehrend ihre Muetter Obst oder Gemuese verkaufen.
Die darauf folgende Busfahrt nach Siem Reap zeigt uns ein wunderschoenes Land, das uns so urspruenglich und andersartig erscheint, wie davor kein anderes. Wir fahren an einer Szenerie vorbei, die wir so aehnlich nur aus Reportagen und Dokumentationen kennen: Grosse Haeuser aus Holz oder blossen Palmblaettern auf Stelzen, darunter die Menschen in Haengematten oder in irgendeine Arbeit vertieft. Die Heuhaufen sind wie aus dem Bilderbuch, hoch aufgetuermt und rund, daneben sieht man Kuehe weiden und Kinder spielen. In den unzaehligen kleinen und groesseren Teichen wird sich gewaschen oder planschen einige der zahllosen Kinder nackt. Dazwischen Palmen und Reisfelder. Es scheint uns wie eine andere Welt.
weiteres folgt auf schnellen fuessen... :)
:) Traumhaft schoen deine Erzaehlungen (:
AntwortenLöschenPS: Heute ist Bergfest fuer mich, 6 Monate...