Freitag, 3. September 2010

Es bleiben 48 Stunden...

Was ich mir von dieser Reise erwarte? Unmöglich in einen Satz zu fassen.
Wie wärs mit Freude. Abenteuer. Erfahrung. Staunen. Zweifeln. Kulturschock. Lernen. Geben. Nehmen. Tränen. Lachen. Begeisterung. Enttäuschung. Entbehren. Erleben. Leben.
Ja, ich denke das ist ein guter Anfang.
Aber so romantisch und malerisch, vielleicht kitschig und überzogen das auch klingt, all dies in die Praxis umzusetzen, ist eine Herausforderung.
Ich merke das beim Packen. Ich nehme ein T-Shirt, und lege es sofort wieder weg. Ein anderes kommt dazu, oder nein, warte, nicht vielleicht doch lieber das andere? Ist diese Hose zu sehr outdoor für die Stadt, ist jene zu städtisch für Outdoors?
UND WIE UM HIMMELS WILLEN SOLL ALL DAS IN DIESEN WINZIGEN RUCKSACK PASSEN?
Verzeiht meinen kleinen Gefühlsausbruch. Im Prinzip ist es ja gut, auch mal ohne viel Schnickschnack auskommen zu müssen. Das erleichtert den Blick auf das Wesentliche.
Das zumindest versucht mein Köpfchen immer wieder, mir klar zu machen. Der weniger vernünftige Teil von mir ist damit nicht so sehr einverstanden. Aber was muss, das muss. Schließlich werde ich noch früh genug das Wenige schätzen lernen, das für das nächste knappe Jahr mein einziges Hab und Gut ist. Manchmal frage ich mich, ob man zu einem Rucksack eine emotionale Beziehung aufbauen kann. Sollte das der Fall sein, ich bin mir sicher, dies ist genau die richtige Voraussetzung für eine solche Romanze. Also, nichts wie auf!
Ansonsten nichts als der übliche Vor-Aufbruchs-Wahnsinn. Man sucht last-minute nach Unterkünften und telefoniert verlegenerweise zu dem Zweck mit wildfremden New Yorkern, mit denen man nur allzu bald Wohnung und - vorrübergehend - Leben teilen wird (Couchsurfing - die beste Idee seitdem es Internet gibt! s. Links). Während der Rucksack immer voller wird, wird die Zeit immer knapper, und es häufen sich die Dinge, die trotzdem noch getan sein wollen.
Der ein oder andere Moment sentimentaler, fast nostalgischer Erinnerungen an nun für immer vergangene Zeiten schleicht sich in die Vorfreude und der bevorstehende Abschied liegt etwas schwer im Magen, aber der Moment geht vorbei. Manchmal frage ich mich, was in Gottes Namen ich denn eigentlich hier tue und bin schon kurz davor, mich selbst des Wahnsinns zu bezichtigen,aber auch dieser Moment der temporären Panik geht vorbei.
Was bleibt ist die atemberaubende, elektrisierende Vorfreude. Ich ertappe mich zunehmend dabei, wie ich mit glühenden Wangen und großen Augen und einem heimlichen Grinsen ins Leere starre, und komme mir vor wie ein Kind kurz vor Weihnachten. Es fällt mir schwer, bei einer Sache zu bleiben, ich laufe wie ein aufgescheuchtes Huhn durch das Haus, und finde zu meinem Schrecken immer wieder Sachen, die ich ja vielleicht irgendwann irgendwo in irgendeiner Situation mal gebrauchen könnte. Mein Freund der Rucksack beschwert sich glücklicherweise ausschließlich sprach-los, aber ich höre schon meinen Rücken klagen.
Und packe es also wieder aus...

2 Kommentare:

  1. Du bist die Beste, im warsten Sinne des Wortes... wieso hab ich dich nie schreiben gelesen? WOW!!! SO toll, keep us updated!
    Te amo <3

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  2. das ist doch mal ne gute einstellung..... zumindest am anfang noch voll elan dabei. um 05:56 aufstehen um in seinen blog zu schreiben. hut ab, wenns so weitergeht, meine liebe ;)

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