Geplant sind also zwei Wochen in Melbourne - fuer den Rest reicht weder Geld noch Zeit. Dazu koennen wir es kaum erwarten, endlich in Asien anzukommen.
Dummerweise stellen wir ziemlich bald nach Ankunft fest, dass wir uns beide im Moment nicht auf Australien einlassen koennen. Zwischen unserem geliebten Suedamerika und dem heiss erwarteten Asien findet Australien einfach keinen rechten PLatz, wir finden es teuer und eher uninteressant, und obwohl wir wissen, dass wir dem Land unrecht tun, will es uns nicht so richtig gefallen. Wir buchen also den Flug vor, verkuerzen auf eine Woche, und nehmen uns vor, Australien spaeter im Leben eine richtige Chance geben werden, ausgestattet mit den noetigen Banknoten, um auch die abgelegenen Winkel und die sicherlich unglaubliche Natur sehen zu koennen.
Von unserem (30$pro Nacht) Hostel ziehen wir in ein Zimmer und haben gleich wieder eine Art Zuhause. Von dort aus erkunden wir Melbourne, eine in Wirklichkeit nicht uninteressante Stadt, mit Strand, viel Kultur, jeder Menge ueberhipper Leute und wirklich erstaunlich cooler und aussergewoehnlicher moderner Architektur. Allerdings ist sie klein, und es gibt nicht uebermaessig viel zu sehen, also reicht uns eine Woche voellig aus.
Bei der Fahrt in unser etwas abgelegeneres Zuhause wir immer wieder deutlich: Australien ist eine merkwuerdige Mischung aus Grossbritannien und den USA. Angefangen bei den Haeusern, die mal so britisch sind wie nur moeglich und mal eindeutig und himmelschreiend amerikanisch. Das Gleiche gilt fuer die Sprache, das Essen, und gewisse kulturelle Gewohnheiten.
Hier noch eine kleine Anerkdote zur Ironie des Schicksals: Zufaellig bleiben wir beim Zappen auf usnerem ganz eigenen Fernseher bei den Australian Open haengen, die natuerlich just in dieser Woche in Melbourne stattfindet, und es wird zum Teil des Tages, die Spiele mitzuverfolgen und mit unseren Favoriten mitzufiebern. Tickets sind natuerlich viel zu teuer, aber spaeter entdecken wir eine Art Public Viewing: Auf einem ziemlich gut designten oeffentlichen PLatz gibt es einhe riesige Leinwand, davor Liegestuehle. Wir haben unser Paradies gefunden, geniessen die Sonne, waehrend wir auf das Spiel warten. Es kommt ein Maedchen vorbei und bietet uns als Werbegeschenk einen kleinen Ventilator an (obwohl es arschkalt ist - apropos australischer Sommer, entweder ist unser Waermeempfinden mittlerweile voellig gestoert, oder das ganze Gerede von der grossen Hitze ist eine grosse fette Luege! :), den wir nicht wollen und dankend ablehnen. Nur ein paar Sekunden spaeter kommt ein Mann zu uns und redet etwas von Tickets fuer heute Abend, aber ohne in richtig ausreden zu lassen verneinen wir gleich, ganz nach der Manier, wie wir sie uns in Latinoamerika angewoehnt haben (fuer Taxifahrer, Brillenverkauefer etc.). Nur fuenf Sekunden spaeter wird uns unser Fehler bewusst, als er naemlich zu einer Gruppe neben uns geht und die TICKETS FUER DAS VERDAMMTE HALBFINALE DER AUSTRALIAN OPEN HEUTE ABEND ihnen anbietet, die natuerlich gleich aufspringen und das Geschenk dankbar annehmen. Es ist leicht, sich vorzustellen, wie wir uns in den Arsch haetten beissen koennen im Angesicht dessen, was wir haetten haben koennen! Das Spiel live im Stadium zu sehen, auf sicherlich keienen schlechten Plaetzen, fuer nichts ausser ein bisschen laenger zu hoeren!
Naja, so ist das Leben, und spaeter konnten wir dann auch wieder ueber uns selbst und unsere Dummheit lachen, und waren uns einig: Zu lang in Suedamerika zu bleiben kann auch seine Nachteile haben :)
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