Kolumbien - fuer viele wahrscheinlich kein Land, in das man freiwillig reisen wuerde. Denn: Was verbindet man mit Kolumbien? Stichworte wie Kokain und Farq springen ins Bewusstsein.
UNs stoert das wenig und wir fliegen ohne Scheu gen Barranquilla.
Am Flughafen werden wir herzlich in Emfang genommen von zwei sympathischen Flughafenangestellten, die unsere Paesse kontrollieren und sich aus reinem Interesse an unseren Plaenen (nicht unserer Weiblichkeit) mit uns unterhalten. Und auch in der Ankunftshalle, die wir zu unserem Schlafplatz auserkeren (aus irgendeinem Grund ist Barranquilla nicht mit erschwinglichen UNterkuenften ausgestattet), ernennt sich Marlon vom Bodenpersonal sogleich zu unserem persoenlichen Schutzengel, der alle halbe Stunde vorbeikommt, um auch ja sicherzugehen, dass uns nichts passiert ist. Spaeter sorgt er dafuer, dass wir wohlbehalten vom Flughafen zum Busbahnhof kommen, indem er uns eigenhaendig in ein Taxi setzt :)
Wir sind ziemlich begeistert von der Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Leute hier. Es scheint, alsl muessten wir uns fast anstrengen, damit uns bei der Fuersorglichkeit der Kolumbianer auch nur ein Haar gekruemmt werden koennte. Wir fuehlen uns sicher, mindestens genauso sehr wie in Costa Rica oder Nicaragua.
Wir haben zwei Wochen in einem Land, an dessen schiere Ausmasse wir uns nach so langer Zeit im beschaulichen Coista Rica erstmal gewoehnen muessen. Die Zeit ist zugegebenermassen mehr als knapp, also machen wir uns auf auf ein kleines Wettrennen gegen die Zeit, erster Stopp: Parque Tayrona, ein Nationalpark an der Karibik, der der allgemeinen Vorstellung vom Paradies gefaehrlich nah kommt (gefaehrlich deshalb, weil er zum Bleiben verlockt. Tuerkisblaue Karibikstraende, Palmenhaine, Urwald, was will man mehr??
Der Tag im Paradies ist schnell um, und so treten wir mit unseren Rucksaecken auf dem Ruecken die 2 Stunden Rueckweg durch den Urwald an - trotz des laestigen Gepaecks eine coole Tour. (Photos vopm Park hat die liebe Francesca hochgeladen. Ja, sie ist da ein bisschen weniger faul als ich...)
Ziel Nr. 2: Die beruehmte Kolonialstadt Cartagena. Wir spazieren durch die Altstadt, anfaenglich etwas skeptisch, da uebersaettigt von Kolonialstaedten. Doch wir werden ueberrascht, Cartagena ist wunderschoen, von vorne bis hinten kitschig-romantisch-Postkarten-wunderschoen, auch und im Vergleich zu anderen aehnlichen Staedten. Attribut 'schoen', aber nicht unbedingt 'intyeressant', weshalb wir uns schon nach einem Tag auf die weite Reise nach Medellin machen. 16 Stunden Busfahrt in einem eiskalten Bus - man mag es kaum glauben, aber es scheint als haetten die Latinos die Sache mit der Klimaanlage noch weniger raus als die Amis.
Die Busfahrt fuehrt durch teils fast unbewohnte Gebiete, riesige, undurchdringliche Waelder rundrum. Am Starssenrand alle paar Kilometer die Aufforderung an die Bevoelkerung, sich ans Militaer zu wenden, sollten sie die Guerilla gesehen haben.
Schlagartig wir mir wieder in Erinnerung gerufen, dass wir uns in einem Land befinden, in dem noch vor wenigen Jahren regelmaessig Busse von Guerillas ueberfallen wurden - sicherlich auch auf dieser Strecke. Es gibt diese Momente in Kolumbien. Zum Beispiel, als Francesca im Bus von ihrem Sitznachbarn geraten wird, sich nicht am Fenster zu zeigen, das mache die Wahrscheinlichkeit, das der Bus ueberfallen werde, so viel groesser (Blond=Gringo=Geld!). Oder auch die (seltenen) Polizeikontrollen im Bus, wo fuer 10Minuten angehalten wird, damit ein paar erstaunlich junger Polizeibeamter die Ausweise (ausschliesslich der Maenner!) erfragen, um sie zu ueberpruefen. Oder auch die Tatsache, dass in einigen Bussen jeder Passgier einzeln kurz gefilmt wird, was, wie wir spaeter erfahren, nicht zur Sicherheit der Passagiere beitragen, sondern schlicht die Arbeit der Kriminalpolizei bei der Identifizierung etwaiger Leichen erleichtern soll.
Es gibt sie, diese Momente. Sie sind sehr selten, und das Gesamtbild, die gesamte Atmosphaere bleibt davon letzlich unberuehrt. Nach wie vor fuehlen wir uns sicher.
Medellin ist schoen, aber vor allem interessant gebaut. Sie ist die drittgreosste Stadt Kolumbiens, aber das Tal, in das sie gebaut wurde, ist klein. Heraus kommt eine SDtadt, die sich zu grossen Teilen auf den umliegenden Huegeln erstreckt, die Haeuser an die nicht wenig steilen Flanken geheftet, die Styrassen verbunden mit zahllosen Treppen. Mit einer Seilbahn kann man ueber diese Viertel hinweg fahren - ein erstaunlicher Anblick (mich persoenlich erinnert es ein bisschen an Minas Tirith haehae ;)
Fortsetzung folgt. Naechste Folge: Bogota
Suesse :) bei mir ist das aehnlich mit dem "nicht-ans-Fenster-setzen" und den willkuerlichen Polizeikontrollen, aber hier ist die 10 US $ zufaellig-in-die-Tasch-stecken auch damit verbunden, sowie das Einsammeln der Paesse, aber komischerweise nur die der Maenner. Kolumbianer werden in Peru aber richtig krass gefilzt. Mitten auf der Strasse werden sie ausgezogen und alle "Koerperloecher" werden auch durchsucht...
AntwortenLöschenTe me cuidas :*
Hallo Mädels!!! .. ich bewundere euch!!!!
AntwortenLöschenSoooo ein Abenteuer!!!!
Schöne Grüße :-)