Dienstag, 18. Januar 2011

Ach wie schoen ist Panama...

Am Flughafen in Panama City angekommen, nehmen wir einen der buntbemalten Busse (die Fahrt kostet $0,25, selbst sollte sie 2 Stunden dauern) in das historische Stadtviertel Casco Viejo, wo unser Hostel der Wahl liegt.
Kaum aus dem Bus ausgestiegen und einige Schritte in die scheinbar richtige Richtung getan, kommen uns auf der Strasse voellig aufgeregte Menschen hinterhergelaufen, "Dreht sofort um, nein, nicht hierher, es ist gefaehrlich!" Ihre Eindringlichkeit und ihre geweiteten Augen verraten uns, dass wir in einer wirklich gefaehrlichen Ecke sein muessen, und uns wird ein bisschen mulmig. Ein kleiner alter Mann begleitet uns weiter, bis er uns sicher waehnt.
Kein guter Anfang fuer uns und Panama City. Ploetzlich vermisse ich das so bekannte und gewohnte Costa Rica, in dem wir uns schon so sicher und zu Hause gefuehlt haben, weil wir Land, Leute und Staedte kannten.
Schon am naechsten Tag fuehlen wir uns viel sicherer und machen uns auf, die Stadt ein bisschen kennenzulernen. Entgegen all unserer (ignoranten) Erwartungen ist die Stadt ein Steuerparadies und (somit) das groesste Finanzzentrum Zentralamerikas mit einer ziemlich beeindruckenden Skyline und einer sehr kosmopolitischen Ausstrahlung. Doch zwischen Einkaufszentren und Hochhaeusern sieht man Frauen in ihren traditionellen Gewaendern ein- und ausgehen: Bunte Stoffe mit typisch panamanischen Mustern, die zu knielangen Roecken gebunden werden, kombiniert mit einer Art Fussbaendern, die aber fast die gesamten Unterschenkel bedecken. Sie strahlen eine gewisse Weisheit aus, auch wenn sie zum Teil noch sehr jung sind, und es faellt manchmal wirklich schwer, nicht zu starren - sie sind wirklich schoen, faszinierend. Die Maenner an ihren Seiten dagegen tragen Jeans und T-Shirts. Eine merkwuerdige Kombination.

Casco Viejo mit seinen alten, zum Grossteil baufaelligen Kolonialbauten ist auf eine raue, alte Art und Weise sehr schoen, und es macht Spass, in die Tueroeffnungen der Ruinen zu schauen und sich vorzustellen, was dort wohl fuer ein Leben stattgefunden hat, bevor sie mit Efeu und diversen Straeuchern bevoelkert wurden.
Trotzdem bleibt immer ein kleiner Nervenkitzel, wenn man sich an die Raender dieses Viertels bewegt, an das der gefaehrlichste Teil Panama Citys grenzt (mit dem wir ja schon gleich zu Anfang Bekanntschaft gemacht haben).

Unser Plan, von der Kueste Panamas nach Kolumbien zu segeln, scheitert an den Wetterbedingungen, die den Atlantik im Januar zu einer ziemlich aufgewirbelten Menge Wasser macht, und an unserer Angst, zwei oder mehr Tage unseres Lebens kotzend zu verbringen. Also fliegen wir.

2 Kommentare:

  1. hallo, meine liebe... bin grad am mathe lernen und muss schon sagen, dass ich echt gern mit dir tauschen würde. übrigens, die dichte deiner einträge im intervall (t=-2; t=-3)lässt meine freude nahezu gegen ∞ laufen :) soviel zum thema. aber, eins muss ich dann doch noch bemängeln, damit du dir zusätzlich zu deiner ohnehin beneidenswerten situation (besonders hinsichtlich des wetters) auch noch was einbildest... es heißt OH, wie schön ist panama :) pass weiterhin gut auf dich auf. ganz liebe grüße und ein dicker kuss. svenja.

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  2. selbiges ist mir auch aufgefallen! maren, maren! ich erbleiche vor neid (und kälte) obwohl ich doch gestehen muss, ich würde auch eher fliegen als "shippen". mit family und gastschwester war ich heute in weimar und musste prompt anfangen zu lachen als ich die bänke am frauenplatz sah und mich erinnerte wie wir dort saßen und brötchen aßen....vor drei jahren!
    panama juche! amelie

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