Ein letztes Mal machen wir uns mit unserem Fortbewegeungsmittel - "en rey", also trampend - auf den Weg nach Montezuma: Ein winzig kleines Dorf an der Costa Ricanischen Pazifikkueste, das wegen der es umgebenden Berge trotz der Touristenstuerme seit Jahren nicht gewachsen ist. Wer sich jetzt einen typischen Ferienort mit riesigen Hotelanlagen vorstellt, liegt aber falsch. Montezuma mit seinen kleinen, gemuetlichen Hotels und vegetarianischen Restaurants, in denen manchmal auch Yogastunden angeboten werden, hat einen sehr eigenen, aber einnehmenden Charme. Zwischen eher wenigen Pauschaltouristen findet man viele Einheimische, aber vor allem Reisende, die dort fuer eine Zeit haengenbleiben, um Strand und Sonne und die entspannte Atmosphaere zu geniessen.
Wir richten uns mit unserem kleinen, schon ziemlich ramponierten Zelt direkt am Strand ein - so muessen wir nichts zahlen, koennen aber trotzdem Toiletten und Duschen vom Campingplatz mitbenutzen (obwohl sich dessen Besitzer dieser Situation sicher nicht allzu sehr erfreuen wird ;)
Die zwei Tage bis Silvester vergehen schnell, unsere Haut gleicht sich mehr und mehr der der Einheimischen an und wir werden Profis im Wellenreiten.
Bei einem kleinen Trip zu einem traumhaften Wasserfall in der Naehe ueberwinde ich meine Angst und springe tatsaechlich von einem ueber zehn Meter hohen Wasserfall in das Becken darunter! Wahrscheinlich sollte ich das Folgende aus Selbstschutz lieber nicht erwaehnen, aber wo bliebe da der Spass... Also, das Problem ist schliesslich, dass ich, wahrscheinlich aufgrund fehlender vorhergehender Uebung im Hohe-Sachen-runterspringen, ein wenig sehr falsch im Wasser aufgekommen bin. Jeder der mit der Tendenz meiner Haut, sehr leicht blaue Flecken zu erzeugen, vertraut ist, kann sich die schweren Folgen vorstellen: Fuer die naechste Woche muss man mich fuer eine bemitleidenswerte Frau gehalten haben, die man gnadenlos verpruegelt hat. Nicht schwer zu erahnen, dass ich aber zumindest von meinen Freunden kein Mitleid, sondern vielmehr Spott zu erwarten hatte - ich war also tagelang der Grund fuer ausgedehnte Lachanfaelle.
An Silvester selbst beginnen wir den Abend gemuetlich mit einem Lagerfeuer am Strand, mit gegrillten Sandwiches und gutem Rum.
Spaeter mischen wir uns unters Volk, das auf der Strasse zu Trommelmusik tanzend auf den Jahreswechsel hinarbeitet.
Francesca und ich machen uns einen Spass daraus, am Strassenrand die Leute zu beobachten, eine der interessantesten Angelegenheiten in einem Dorf, in dem sich Alternative mit Gringos mit urlaubenden Einheimischen mischen.
Am naechsten Morgen verlassen wir Montezuma und Costa Rica, unser Zuhause fuer drei Monate - ein bisschen komisch ist es schon, und vor allem der Abschied von den Leuten faellt nicht leicht. Ich werde es vermissen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen